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  • 14.12.'20: Die 4 Säulen gelingender Beziehungen in Partnerschaften Dipl. Päd. Barbara Kasparick
Schlagworte:

Wort zum Tag

Wir dürfen uns nicht zum Gottesdienst treffen, deshalb kommt die Kirche zu Ihnen ins Haus! Jeden Morgen gibt es ein neues Wort zum Tag, verfasst von Mitarbeitenden im Verkündigungsdienst in unserer Region.

Wort zum Schluss

 

Alles hat ein Ende – glücklicherweise auch die gottesdienstfreie Zeit! In den meisten Gemeinden finden nun wieder Gottesdienste statt, auch wenn es noch Auflagen und Einschränkungen gibt. Damit findet auch das „Wort zum Tag“ seinen natürlichen Abschluss. Es war ja als Überbrückung gedacht, für die Zeit der verordneten geistlichen Abstinenz.

 

Es ist schön, dass wir auf diese Weise miteinander verbunden waren, über die eigenen Gemeinde- und Konfessionsgrenzen hinaus. Sieben lange Wochen waren es genau, eine besondere Fastenzeit also, die das Osterfest mit einschließt. Und es ist gut, dass wir uns nun wieder richtig sehen, in unseren Gemeinden und Kirchen.

 

Vielen Dank allen, die das tägliche „Wort“ vorbereitet haben. Ein herzlicher Dank denjenigen, die es verbreitet haben auf den Websites unserer Gemeinden und die es anderen ausgedruckt weitergegeben oder am Telefon vorgelesen haben. Und ein großer Dank an Torsten Bau, den Öffentlichkeitsarbeiter des Evangelischen Kirchenkreises, der es auf der Kirchenkreis-Homepage Tag für Tag an prominenter Stelle platziert hat.

 

Alles hat ein Ende, das ist auch schade. Aber dafür beginnt jetzt etwas Neues!

 

Bleiben Sie geborgen unter Gottes Segen und seien Sie herzlich gegrüßt
Ihr Christoph Eichert (Pfarrer der Paulusgemeinde)

 

Wort für den Tag: Samstag den 9.Mai 2020

 

„Also: Denen eine Verantwortung übertragen ist, die müssen vertrauenswürdig sein.“

1. Korinther 4,2 (Übersetzung von L. Schottroff)

 

Wort für den Tag
„Bing!“ macht mein E-Mailprogramm und zeigt mir an, dass wieder eine neue Nachricht angekommen ist. Eine Freundin hat mir schon wieder eine Petition und Links für Youtube-Seiten weitergeleitet. Vielleicht erleben Sie das auch.
Wie will ich darauf reagieren? Gar nicht oder mit eigenen Links? Sie ahnen es schon, meine Freundin rebelliert eher als ich gegen die verhängten Einschränkungen. Bin ich vielleicht zu naiv oder unkritisch, frage ich mich?
Positiv gesehen, findet durch das Netz und nun auch wieder durch mehr direkten Kontakt ein reger Abgleich der eigenen Einschätzungen zur Coronalage statt. Ich vergewissere mich im Gespräch mit anderen. Gleichzeitig begegnet mir eine echt unglaubliche Spannbreite an Beurteilungen: von wilden Theorien bis hin zu schlichter, unhinterfragter Zustimmung. Zum Teil irritiert und schockt mich das. Auch, weil ich meine Gesprächspartnerinnen da auch von einer ganz anderen Seite kennenlerne. Es macht mich auch einsamer. Ich muss aushalten, dass wir da weit voneinander entfernt sind. Eine anstrengende demokratische Grundübung.
Und dann lese ich dazu Paulus: „Also: Denen eine Verantwortung übertragen ist, die müssen vertrauenswürdig sein.“
Na dann mal Butter bei die Fische: Was lässt Verantwortungsträger für mich vertrauenswürdig sein?
Ich schenke Ihnen und ihren Entscheidungen Vertrauen, wenn sie sich mit der konkreten Lage befassen. Wenn sie mit anderen Für und Wider abwägen und diesen Prozess für mich transparent machen. Ich will verstehen, warum das jetzt so ist. Ich schenke Ihnen Vertrauen, wenn mir klar ist, nach welchen Grundsätzen sie handeln. Wenn das mit meinem eigenen Wertekodex übereinstimmt und wenn sie dann eine Entscheidung treffen. Wenn sie also auch bereit sind, Konsequenzen zu tragen.
Für mich ist Vertrauen keine Einbahnstrasse, weder in der Politik noch in der Kirchengemeinde oder persönlichen Beziehungen. Ich bin selber gespannt, ob diese kleine Vergewisserung in den nächsten Gesprächen eine Wirkung entfaltet. Neue Gespräche kommen ganz gewiss.

 

Lied:
„Vertraut den neuen Wegen“ Ev. Gesangbuch Nr. 395

 

Gebet
Gott des Lebens, die Situation ist unübersichtlich. Manchmal blicke ich nicht mehr durch. Ich höre so viele, auch verrückte Ansichten und Ideen, das verwirrt und beunruhigt mich.
Hilf mir, den inneren Leitfaden zu behalten.

 

Was tun mit der Zeit
Heute soll ein schöner Tag werden. Halten Sie die Nase in die Sonne.

 

Ich verabschiede mich von allen Leserinnen und Lesern. Bleiben Sie behütet!
Ulrike Taggeselle, ordinierte Gemeindepädagogin

 

Wort für den Tag: Freitag, den 08.05.2020

 

Jesus sagt uns heute: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich!
Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. (Joh 14, 1+6)

 

Wort für den Tag:
Wenn Sie dieses Wort hier gefunden haben, dann gehe ich davon aus, dass Sie zu 90% einer christlichen Gemeinde angehören. Was aber, wenn Sie einfach durch Zufall auf diesen Text hier stoßen? Hören Sie dann auf zu lesen? Oder können wir mal über Gott und die Welt reden!?
Da wäre meine erste Frage: Glauben Sie an Gott? Geben Sie mir eine Antwort darauf oder wären Sie sprachlos?
Und welche Antwort gebe ich Ihnen, wenn Sie mich dasselbe fragen? Vermessen wäre, wenn ich sage: klar glaube ich an Gott, zu 110 Prozent sogar; sonst könnte ich in meinem Beruf nicht arbeiten.
Doch dann fällt mir immer wieder ein, dass mir die Texte der Bibel mal alles und auch mal nichts sagen. Ich stutze! Wie kommt das? Schon viele Male hörte und lese ich zentrale Texte der Bibel. Es müsste doch immer derselbe Gedanke bei mir herauskommen - oder? Macht es aber nicht. Warum? Wir sind nicht in der Mathematik, da kommt immer das gleiche Ergebnis beim Rechnen, z.B. 1+1=2. Doch Glauben ist Leben. Glauben ist Kreativität. Glaube kommt aus mir heraus und geht deshalb an meine Substanz.
Wenn Sie mehr vom Leben erwarten als das, was Sie sehen und anfassen können, wenn Sie mehr erwarten, wenn Sie auf etwas hoffen, dann sind Sie schon ganz nah bei Gott, auch wenn sie das nicht wollen. Denn Gott ist unverfälschtes Leben und echte Liebe.

 

Lied (Link zum Hören der Melodie und dann können Sie mitsingen)

 

Du bist der Weg und die Wahrheit und das Leben. Wer dir Vertrauen schenkt, für den bist du das Licht.
/: Du willst ihn leiten und ihm wahres Leben geben, ewiges Leben, wie dein Wort es verspricht. :\

 

  1. Das Brot bist du für den, der Lebenshunger hat, und wenn er zu dir kommt, machst du ihn wirklich satt.
  2. Die Tür bist du für den, der an sich selbst verzagt. Du machst ihn frei, wenn er ein Leben mit dir wagt.
  3. Der Hirte bist du dem, den Lebensangst verwirrt: begleitest ihn nach Haus, das er sich nicht verirrt.
  4. Der Weinstock bist du dem, der Kraft zum Leben sucht. Wenn er ganz bei dir bleibt, dann bringt er gute Frucht.

Text: Christoph Zehendner / Musik: Johannes Nitsch, (c) 1992 by Hänssler-Verlag

 

Gebet
Kreativer Gott, alles Leben kommt von dir.
Ohne Anfang und ohne Ende machst du weiter.
Egal, wie was wir Menschen glauben,
du schenkst uns jeden Tag neu.
Danke für jeden Tag.
Danke für alles.
Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Nehmen Sie sich heute nochmal 10 Minuten und lesen oder hören diesen Text.
Und dann überlegen Sie: Was hätte ich gesagt?“, als der eine oder der andere.
Link zum Hören: Professor und Student unterhalten sich
Link zum Lesen: Professor und Student unterhalten sich

 

Ich wünsche Ihnen neue Kreativität zum Leben und Lieben.
Ihr Gemeindereferent Johannes Knackstedt

 

Wort für den Tag: Donnerstag, 07. Mai 2020

 

Lesung (Psalm 16,1-11):
Behüte mich, Gott, denn ich vertraue dir. Ich sage zum Herrn: «Du bist mein Herr; mein ganzes Glück bist du allein.» Du, Herr, gibst mir das Erbe und reichst mir den Becher; du hältst mein Los in deinen Händen. Auf schönem Land fiel mir mein Anteil zu. Ja, mein Erbe gefällt mir gut. Ich preise den Herrn, der mich beraten hat. Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht. Ich habe den Herrn beständig vor Augen. Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht. Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele; auch mein Leib wird wohnen in Sicherheit. Denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis; du lässt deinen Frommen das Grab nicht schauen. Du zeigst mir den Pfad zum Leben. Vor deinem Angesicht herrscht Freude in Fülle, zu deiner Rechten Wonne für alle Zeit.

 

Die aktuelle Zeit kann ziemlich herausfordernd sein. Und so ist es nicht immer einfach, einen positiven Blick zu behalten. Da sind Fragen, Unsicherheiten, Ängste. In diesen Momenten tut es gut, eine aufbauende Zusage zu bekommen – diese finden wir im Psalm 16. Wir können uns gewiss sein, dass Gott in allen Momenten an unserer Seite ist, dass er uns nicht allein lässt – komme was wolle.
In dem Film „The life of Pi – Schiffbruch mit Tiger“ geht es um einen jungen Mann, der als Schiffbrüchiger 227 Tage auf dem Meer unterwegs ist. Es geht um Glaube, Hoffnung, Verzweiflung und das, was einen Menschen in ausweglosen Situationen am Leben hält. Auf dem Ozean ist er dem Kampf der Elemente ausgesetzt. Nur das Rettungsboot, die Beziehung zu dem Tiger Richard Parker und der Glaube an Gott geben ihm Halt. Eine wahrlich abenteuerliche Reise. Wie würde meine abenteuerliche Reise aussehen? Wer oder was gibt mir in diesen Zeiten Halt?

 

Bernhard von Clairvaux sagt:
Du musst gar nicht über Meere fahren, Wolken durchstoßen oder die Alpen überqueren. Dein Weg ist nicht so weit. Du brauchst Gott nur bis zu dir selbst entgegen zu gehen. Gott als das Wort ist dir nämlich ganz nah: Es ist in deinem Mund und es ist in deinem Herzen.

 

Lied: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht (GL 450)

 

Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht;
es hat Hoffnung und Zukunft gebracht;
es gibt Trost, es gibt Halt in Bedrängnis, Not und Ängsten,
ist wie ein Stern in der Dunkelheit.

 

Segen: Es wachse in dir der Mut, dich einzulassen auf dieses Leben mit all seinen Widersprüchen, mit all seiner Unvollkommenheit, dass du beides vermagst: kämpfen und geschehen lassen, ausharren und aufbrechen, nehmen und entbehren.
Es wachse in dir der Mut, dich liebevoll wahrzunehmen, dich einzulassen auf andere Menschen und ihnen teilzugeben an dem, was du bist und hast.
Sei gesegnet, du, und mit dir die Menschen, die zu dir gehören, dass ihr inmitten dieser unbegreiflichen Welt den Reichtum des Lebens erfahrt.

(Antje Sabine Naegeli)

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Wenn Sie die Möglichkeit haben, schauen Sie sich den Film „The life of Pi“ an. Oder Sie werden selbst kreativ und schreiben, malen, … ihre abenteuerliche Lebensreise.

 

Ich wünsche Ihnen die Offenheit für die abenteuerliche Reise Leben, und dass Sie Gott immer wieder an Ihrer Seite entdecken!

Ihre Elisabeth Wanka (Gemeindereferentin)

 

Wort für den Tag: Mittwoch, 6. Mai 2020

 

Und siehe, der Engel des Herrn kam herein und Licht leuchtete auf in dem Raum; und er stieß Petrus in die Seite und weckte ihn und sprach: Steh schnell auf! Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen. Apostelgeschichte 12,7

 

Wort zum Tag
Der Gedanke an eine Runde mit dem Fahrrad entlang der alten Hafenbahn. Unsicher schaue ich aus dem Fenster – dicke, schwarze Wolken türmen sich am Himmel auf. Ob ich es wagen soll? Dann wieder gleißendes Sonnenlicht, welches durch die Wolken bricht und alles erstrahlen lässt. Ich mache mich los. Nur wenige Menschen sind an diesem frühen Abend unterwegs - die meisten allein, vielleicht auch so spontan aufgebrochen wie ich. Fahrtwind, Fliederduft, das Abendgezwitscher in den Bäumen der Pulverweiden - ein Gefühl von Freiheit und Glück stellt sich bei mir ein. Auf halber Strecke erwischt mich ein ergiebiger Regenguss. Verrückt, dass dabei die Sonne scheint. Ich bewundere die scharfen Kontraste am Himmel und - eigentlich vertraut, aber doch immer wieder überraschend – einen leuchtenden Regenbogen.
Nicht immer geschieht ein Wunder wie bei Petrus, dem Gefangenen des Herodes, der durch einen Engel aus seiner Zelle herausgeholt wird. Wer wird mich aus meiner Zelle befreien? Wie kann ich wieder Mut fassen nach Wochen der verordneten Lethargie? Wohin geht der Weg jetzt? Herodes, heißt es, verlor bald seine Macht und starb. Das ist der Lauf der Geschichte. Habe ich die Kraft, darauf zu setzen? Petrus, dem großen und starken Apostel, bleibt nur das Staunen über das Wunder seiner Befreiung. Staunen und Ehrfurcht und im Moment glücklich sein – viel mehr braucht es eigentlich nicht. Das möchte ich festhalten – und weiß doch um die Unverfügbarkeit des Wunders.

 

Lied
Fürchte dich nicht (EG 630/HuT 321)

 

  1. Fürchte dich nicht, gefangen in deiner Angst, mit der du lebst. Fürchte dich nicht, gefangen in deiner Angst. Mit ihr lebst du.
  2. Fürchte dich nicht, getragen von seinem Wort, von dem du lebst. Fürchte dich nicht, getragen von seinem Wort. Von ihm lebst du.
  3. Fürchte dich nicht, gesandt in den neuen Tag, für den du lebst. Fürchte dich nicht, gesandt in den neuen Tag. Für ihn lebst du.

 

Gebet
Dir sei Dank, Gott, für den Wechsel der Jahreszeiten, für alles Erwachen um mich herum und in mir. Öffne mir die Augen für die Wunder, die Du schaffst. Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Welche Lieder/Songs fallen Ihnen ein, die Sie frei und unbeschwert machen? Sicher haben Sie Ihre Favoriten. Und (Mit)Singen macht glücklich.

 

Auf Wiedersehen – ein alltäglicher Gruß. Heute klingt er für mich tröstlich und voller Hoffnung.
Also: Auf Wiedersehen!

Ihr Pfarrer Sven Hanson, Mitteldeutsches Bibelwerk

 

Wort für den Tag: Dienstag, 5.5.2020

 

 

„Wohin gehst du?“, fragt mich mein Mann als ich die Wohnungstür öffne. „Ich weiß nicht.“ „Du musst doch wissen, wohin du gehst!?“
Heute gehe ich „ohne triftigen Grund“ aus dem Haus: Sieben Wochen durfte ich das nicht. Ich ging zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Spazierengehen. Ich hatte immer einen Grund.
Nun also einfach so. Grundlos. Nur um meine wiedergewonnene Freiheit zu genießen. Doch halt! Das ist ja auch schon wieder ein Grund.
Und so frage ich mich: Kann ich grundlos gehen? Irgendetwas tun ganz ohne Grund? Habe ich das nicht eigentlich verlernt? Manchmal sehne ich mich danach: Ich verlasse das Haus und überlasse meinen Füßen, wohin sie mich tragen. Ich schalte meinen Kopf aus, gehorche nur meinen Bewegungen. Ich denke nicht daran, was mir das bringt, was es mich kostet, was ich gerade versäume oder wo ich wann ankommen muss.
Wie Kinder. Staunend steht unser Enkel an der Baugrube und kann sich nicht losreißen. Jauchzend laufen Kinder auf der Wiese vor meinem Fenster einem Schmetterling nach, den sie nie und nimmer fangen können. Den sie auch eigentlich gar nicht fangen wollen. Aber ihm nachjagen. Spaß haben. Spaß am Leben. Und dieses Leben kosten.
„Wohin gehst du?“, fragt mich mein Mann als ich die Wohnungstür öffne. „Ich gehe, das Leben neu zu kosten.“

 

Lied: Himmel, Erde, Luft und Meer (EG 504)

  1. Himmel, Erde, Luft und Meer zeugen von des Schöpfers Ehr;
    meine Seele, singe du, bring auch jetzt dein Lob herzu.
  2. Seht das große Sonnenlicht, wie es durch die Wolken bricht;
    auch der Mond, der Sterne Pracht jauchzen Gott bei stiller Nacht.
  3. Seht, wie Gott der Erde Ball hat gezieret überall.
    Wälder, Felder, jedes Tier zeigen Gottes Finger hier.
  4. Seht, wie fliegt der Vögel Schar in den Lüften Paar bei Paar.
    Blitz und Donner, Hagel, Wind seines Willens Diener sind.
  5. Seht der Wasserwellen Lauf, wie sie steigen ab und auf;
    von der Quelle bis zum Meer rauschen sie des Schöpfers Ehr.
  6. Ach mein Gott, wie wunderbar stellst du dich der Seele dar!
    Drücke stets in meinen Sinn, was du bist und was ich bin.

 

Gebet
Lieber Gott, lass mich diese Freiheit kosten! Wie eine frische Erdbeere, wie einen kühlen Wein!
Lass mich das Leben kosten als sei es mir neu geschenkt.
Und lass mich die Freude mit anderen teilen. Und wenn es nur ein Lachen ist, das uns durch den Himmel miteinander verbindet. Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Freuen Sie sich doch einfach mal wieder an Hermann und Beate von dem unübertroffenen Loriot!
https://www.youtube.com/watch?v=ToEyauHWd9w

 

Ich grüße Sie herzlich am zweiten Tag einer fast ungewohnt gewordenen Freiheit,
Ihre Simone Carstens-Kant, Pfarrerin der Marktgemeinde

 

Wort für den Tag: Montag, 04. Mai 2020

 

Stehe auf, HERR; Gott, erhebe Deine Hand; vergiss der Elenden nicht! (Psalm 10,12)

 

Wort für den Tag:
Während dieser Krise verfolge ich in den letzten Wochen immer wieder die Situation der Men-schen in Indien. Seit Ende März herrscht auch dort Shutdown, aber teilweise sehr viel härter als bei uns in Deutschland. Für Millionen von Menschen dort ist das eine Katastrophe. Fabriken und andere Einkunftsmöglichkeiten sind geschlossen. Viele Inder, die zum Arbeiten vom Land in die großen Städte gekommen sind, wissen nicht, ob sie lieber in ihre Dörfer zurückgehen oder in der Stadt bleiben sollen. Auf dem Dorf haben sie ein Zuhause, in der Stadt zumindest eine Grundversorgung durch die Regierung. Viele sitzen fest und wissen nicht wohin. Sie wussten schon vorher kaum, wie sie ihren Lebensunterhalt verdienen sollen. Und nun wurden die Ein-dämmungsmaßnahmen noch einmal um weitere zwei Wochen bis zum 17. Mai verlängert. Nie-mand weiß, wie es danach weiter gehen soll und was aus diesen vielen Menschen werden wird.
Ich habe von einer indischen Frau erfahren, die für ein soziales Projekt arbeitet, selbst aber nur wenig verdient. Mit diesem kleinen Verdienst bringt sie nun noch eine Verwandte und deren Tochter mit durch, die aufgrund der Krise nicht wissen, wie sie überleben sollen. Die Frau sagt, dass sie gern hilft mit dem, was sie hat, aber dass sie auch langsam am Ende ihrer Kräfte ist. Wenn ich solche Berichte höre oder lese und sehe, wie es anderen Menschen in anderen Ländern so viel schlechter geht als mir selbst, bin ich nahe daran, zu verzweifeln. Ich bete deshalb darum, dass ich das Leid anderer Menschen niemals über meinen eigenen Sorgen vergesse.

 

Lied:
Bitten Sie Gott mit diesem Lied aus dem EG Nr. 419:
1. Hilf, Herr, meines Lebens, dass ich nicht vergebens, dass ich nicht vergebens hier auf Erden bin.
2. Hilf, Herr meiner Tage, dass ich nicht zur Plage, dass ich nicht zur Plage meinem Nächsten bin.
3. Hilf, Herr meiner Stunden, dass ich nicht gebunden, dass ich nicht gebunden an mich selber bin.
4. Hilf, Herr meiner Seele, dass ich dort nicht fehle, dass ich dort nicht fehle, wo ich nötig bin.
5. Hilf, Herr, meines Lebens, dass ich nicht vergebens, dass ich nicht vergebens hier auf Erden bin.

 

Gebet:
Herr meines Lebens,
ich danke Dir, dass ich auf dieser Welt sein darf. Ich danke Dir für mein Leben und für alles, was es bereichert und lebenswert macht.
Ich bitte Dich, dass Du mich genau daran erinnerst und dass Du mich auch in eigenen schwieri-gen Zeiten das Elend anderer Menschen auf dieser Welt nicht vergessen lässt. Deshalb bringe ich heute ganz besonders die Menschen in Indien vor Dich. Lass sie und viele andere nicht verges-sen sein. Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Suchen Sie ganz bewusst nach Artikeln im Internet, in den Tageszeitungen oder auch nach Re-portagen in den Mediatheken, die über die Situation von Menschen in anderen Ländern wäh-rend dieser Krisenzeit berichten. Wenn Sie mögen, schließen Sie diese in Ihre Gebete mit ein.

 

Gott befohlen!
Ihre Katrin Mang (Vikarin)

 

Wort für den Tag: 03. Mai 2020

 

Auch wenn in diesen Tagen weitere Lockerungen angekündigt werden, bleiben doch vielfältigen Ängste. Die einen haben Angst, dass die Lockerungen zu weit gehen und wir eine zweite, schlimmere Welle der Infektionen bekommen; und die anderen haben Angst, die Lockerungen könnten nicht weit genug gehen, weil sie um ihren Arbeitsplatz, ihre Existenz fürchten. Gibt es ein Rezept gegen die Angst?

 

„Jesus sprach: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ (Joh 10,7.10)

 

Wort für den Tag:
Leben in Fülle, erfülltes Leben – wer sehnt sich nicht danach? Doch was ist ein erfülltes Leben? Ein Leben angefüllt mit Terminen, die mir zeigen, wie wichtig ich bin? Ein Leben voller Vergnügungen, die Spaß bereiten und über manche Traurigkeit hinweg helfen? Ein Leben in Sicherheit trotz aller Bedrohungen? Oder vielleicht doch ein Leben, das mich erahnen lässt, gewollt und geliebt zu sein? Ein Leben, dessen unendliche Weite ich spüre?
Jesus sagt von sich, dass er die Tür ist, die zu diesem Leben führt. An ihm können und sollen wir ablesen, was Erfüllung schenkt. Was fällt Ihnen ein, wenn Sie auf das Leben Jesu schauen? Was hat er so anders gemacht und gesagt? Wovon war sein Leben durchdrungen, erfüllt?
Jesus hat niemanden abgeschrieben, niemanden hängengelassen. Sein Leben war Hingabe an uns. Er hebt uns auf, trägt uns. Niemanden lässt er links liegen; allen ging er nach, auch denen, die sich selbst ins Abseits begeben haben. Er lässt uns nicht im Regen stehen, sondern lädt ein, umzukehren, neu zu denken; neu zu leben. Er hilft uns, die Ängste zu überwinden im Vertrauen auf das göttliche, das unendliche Leben, das in uns und unter uns bereits angebrochen ist. „In der Welt seid ihr in Be¬drängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.“ (Joh 16,33) Gehen wir durch die Tür seiner Hingabe. Nehmen wir seinen Weg unter unsere Füße und lernen wir so - trotz unserer Ängste - das Leben nicht aus den Augen zu verlieren, das er schenken will: Leben in Fülle, erfüllendes Leben.

 

Lied: „Lass uns in deinem Namen, Herr“ (HuT 331; GL 446)
1.-4. Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun.
1. Gib uns den Mut, voll Glauben, Herr, heute und morgen zu handeln.
2. Gib uns den Mut, voll Liebe, Herr, heute die Wahrheit zu sagen.
3. Gib uns den Mut, voll Hoffnung, Herr, heute von vorn zu beginnen.
4. Gib uns den Mut, voll Glauben, Herr, mit dir zu Menschen zu werden.

 

Gebet:
Gott, ich habe Angst. Sie schnürt mir die Kehle zu, macht schwer meine Schritte, lässt mich nicht frei und froh leben. Dein Sohn hat uns die Fülle des Lebens verheißen. Lass mich diese Fülle spüren, erahnen, erleben – nicht erst jenseits des Todes. Und mache deine Kirche, mache unsere Gemeinden zu Orten, an denen Menschen aufatmen, einander beistehen und miteinander leben lernen. Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Das göttliche, das unendliche Leben ist bereits in uns angebrochen. Nehmen Sie sich Zeit, um über das eigene Leben nachzudenken. Wo spielten Raum und Zeit keine Rolle? Wo habe ich erfahren, dass das Wichtigste im Leben das ist, was ich nicht fassen, nicht begreifen kann? Und wenn Sie auf etwas gestoßen sind, erzählen sie es weiter, denn diese Erfahrungen haben das Potential, die Angst zu überwinden.

 

Ihnen allen einen erfüllten, einen mit Freude angefüllten Tag wünscht Pfarrer Magnus Koschig

 

Wort für den Tag: Samstag, 2. Mai 2020

 

Die Natur rund um Ravensbrück war so schrecklich schön, dass ich dachte, später willst du noch einmal zurückkommen und durch die Wälder spazieren gehen.

Will Wolthuis-Bertholèe (eine Gefangene des Konzentrationslagers Ravensbrück)

 

Gedanken für den Tag:
Gäbe es keine Corona- Krise, wäre ich heute in Fürstenberg/ Ravensbrück. Wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Laurentius- und Marktgemeinde fahren seit vielen Jahren mit unserer Konfirmandinnen und Konfirmanden an diesen Ort. Seit dem vergangenen Jahr hat sich auch die Kirchengemeinde Halle-Neustadt angeschlossen.
Das ehemalige Konzentrationslager Ravensbrück, in dem fast nur Frauen inhaftiert waren, liegt an einem See. Ganz ruhig ist es dort. Man hört das Plätschern des Wassers, sieht das Glitzern der Sonne auf dem Wasser. Und das zarte Grün der Bäume im Mai leuchtet – es ist ein wirklich sehr schöner Ort. Doch genau dort haben Menschen anderen Menschen unsäglich viel Leid angetan.
Am See - weithin sichtbar - steht eine große Skulptur: „Die Tragende“. Eine ausgezehrte Frau trägt in ihren Armen eine andere. Sie erinnert so an das Leid, aber auch an die Hilfe, die die gefangenen Frauen einander erwiesen haben. Nicht nur, dass sie sich manchmal einen Kanten Brot zusteckten, sie haben Gedichte geschrieben, gesungen, gemalt. Besonders beeindruckend finde ich ein winzig kleines Service aus einer Fischgräte, so filigran und fein, das eine Frau einer anderen zum Geburtstag gefertigt und geschenkt hat.
Wir fahren mit unseren Konfirmandinnen und Konfirmanden nach Ravensbrück, damit niemals aus dem Blick gerät, wozu Menschen fähig sind, zu entsetzlicher Grausamkeit und auch zu großer Mitmenschlichkeit und Liebe.
Möge Gott uns die Kraft geben, die guten, die menschlichen, die liebevollen Seiten in uns zu stärken, damit andere sie sehen und spüren können.

 

Lied „Ja, ich will euch tragen“ (EG 380, 1,2,6,7):

 

1. Ja, ich will euch tragen bis zum Alter hin. Und ihr sollt einst sagen, dass ich gnädig bin.


2. Ihr sollt nicht ergrauen, ohne dass ich's weiß, müsst dem Vater trauen, Kinder sein als Greis.

 

6. Denkt der frühern Jahre, wie auf eurem Pfad euch das Wunderbare immer noch genaht.

 

7. Lasst nun euer Fragen, Hilfe ist genug. Ja, ich will euch tragen, wie ich immer trug.

 

Gebet:
Unser Gott, lass uns sehen und spüren, was uns leben lässt, die Liebe, die Wärme, die großen und kleinen Gesten der Menschlichkeit, die uns entgegengebracht werden.
Und lass uns auch für andere da sein. Zeige uns Wege, wie wir einander tragen, bewahren, helfen und erfreuen können. Amen.

 

Und was tun an diesem Tag?
Lesen Sie ein Gedicht von einer Frau. Nicht nur die großen Dichterinnen wie Hilde Domin, Rose Ausländer und Mascha Kalèko haben wunderbare Worte zu Papier gebracht.
Spüren Sie die Kraft ihrer Worte, ja, lassen Sie sich davon tragen.

 

Kommen Sie gut durch diesen Tag!
Ihre Pfarrerin Gundula Eichert (Laurentiusgemeinde)

 

Wort für den Tag: 1. Mai 2020

 

Bibelwort : Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen. Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Darum sollt ihr auch nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? (Matthäus 6, 28. 31)

 

Besinnung: Der 1. Mai ist arbeitsfrei. In diesem Jahr bekommt dieser Tag eine merkwürdige neue Bedeutung. Viele Menschen sind auf Grund der aktuellen Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens gezwungen, nicht zu arbeiten und machen sich Sorgen um ihre Zukunft. Jesus sagt: Sorget euch nicht! Schaut die Lilien an!
Es ist eine Meditationsübung des ZEN. Betrachte die Lotosblüte! So wie die Lotosblüte inmitten von Schlamm und schmutzigem Wasser wächst und immer an der Wasseroberfläche bleibt, egal wie hoch das Wasser steigt, so soll auch der Meditierende das Leiden seines Alltags als das erkennen, was es ist, aber nicht daran anhaften, d.h. sich nicht von den Sorgen bestimmen lassen.
Wie kann das gelingen, inmitten von Angst um den Verlust der Arbeit, des Verdienstes, der Lebensgrundlage? Es kann gelingen durch einen Perspektivwechsel. Schau die Lilien an! Auch sie blühen immer wieder neu. Strecke dich nach dem Licht, wie die Lilien! Lass dich neu mit Hoffnung füllen! Der Mai ist prädestiniert dafür, uns die immer wiederkehrende Lebenskraft zu zeigen. Möge aus diesen schwierigen Zeiten auch viel Gutes erwachsen.

 

Lied: EG 501 Wie lieblich ist der Maien
1. Wie lieblich ist der Maien aus lauter Gottesgüt,
des sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht!
Die Tier sieht man jetzt springen mit Lust auf grüner Weid,
die Vöglein hört man singen, die loben Gott mit Freud.

 

3. Herr, lass die Sonne blicken ins finstre Herze mein,
damit sich’s möge schicken, fröhlich im Geist zu sein,
die größte Lust zu haben allein an Deinem Wort,
das mich im Kreuz kann laben und weist des Himmels Pfort.

 

Gebet: Guter Gott, nimm mir die Angst vor der Zukunft! Schenke du mir immer wieder neue Hoffnung und lass mich nicht in den Sorgen ertrinken. Du bist mein Halt und mein Licht. Nach dir strecke ich mich, jeden Tag neu. Amen
Und was tun mit der freien Zeit?
Stellen Sie einen Blumenstrauß vor sich hin und meditieren Sie über seine Schönheit. Sehen Sie die Blumen als ein Bild für Ihr Leben. Wenn Sie Lust haben, nehmen Sie danach ein Blatt und zeichnen Sie, was Sie gesehen haben oder senden Sie ein Foto der Blumen an Freunde.

Bleiben Sie gesund und behütet!
Ihr Pfarrer Friedhelm Kasparick

 

Wort für den Tag: Donnerstag, 30. April 2020

 

Bibelwort:
Gott sagt: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. (Offenbarung 21, 6)

 

Auslegung:
Endlich Regen am Dienstagabend! Und der Wetterbericht verspricht noch mehr in den kommenden Tagen. Meine Frau und ich sind in den Garten gegangen, um ihn zu hören und die feuchte Luft zu riechen, erst noch mit Schirm, dann sogar ohne. Die Pflanzen, die Bäume wissen, was Durst ist und wir Menschen auch. Ich dürste nach einem schönen Konzert, nach einem Fest, nach einem Grillabend in fröhlicher Runde. Und Menschen in den Krankenhäusern und Heimen dürsten, weil sie nicht besucht werden dürfen.
Ein hundertster Geburtstag: Die Jubilarin im Rollstuhl, mit Mundschutz, auf dem Balkon der dritten Etage. Die Tochter, unten auf dem Hof, ruft ihre Glückwünsche laut nach oben in der Hoffnung, dass sie dort auch ankommen.
Eine Goldene oder Diamantene Hochzeit im Pflegeheim: Ein Essen im Freien wird arrangiert. Der Abstand zwischen dem Jubelpaar ist groß. Und die Zeitung schreibt: „Selbstverständlich war ein Kuss nicht erlaubt.“ Nie habe ich deutlicher gespürt, was es bedeutet, wenn Grundrechte eingeschränkt werden.
Und dann sagt Gott sowas. Wir sollen nicht ausdörren innerlich. Unser Durst, unser Lebensdurst soll gestillt werden. Manchmal ahne ich, wie das geschieht: Zum 100. Geburtstag hat ein Posaunenchor aufgespielt – wenige Menschen, viel Abstand, aber so laut, dass jeder Ton bis unters Dach zu hören war. So kam doch noch Feststimmung auf, und es wurde ein besonderer Tag. Und manchmal weiß ich nicht, wie Gott das anstellen will, meinen großen Durst zu stillen. Doch er hat Wasser des Lebens. Und Mittel und Wege, die mir verborgen sind, so hoffe ich. Möge er sich ins Zeug legen für uns und schöpfen und austeilen! Amen.

 

Lied „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ (GL 416, EG 372, 1-2+4):

  1. Was Gott tut, das ist wohlgetan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt seine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten; drum lass ich ihn nur walten.
  2. Was Gott tut, das ist wohlgetan, er wird mich nicht betrügen; er führet mich auf rechter Bahn; so lass ich mir genügen an seiner Huld und hab Geduld, er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen.
  3. Was Gott tut, das ist wohlgetan, er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid, es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet.

 

Gebet:
Stille unseren Durst, Gott, nach Leben, nach Freude, nach Glück und Erfüllung. Und sei bei den Menschen, die jetzt besonders leiden. Ich bitte Dich für die Einsamen, für die Kranken und die Sorgenvollen. Ich bitte Dich auch für die Menschen, die in Flüchtlingslagern ausharren müssen und für alle, die um ihre wirtschaftliche Existenz bangen. Gib Zuversicht und österliche Lebensfreude. Und hilf uns, einander zu helfen. Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Bereiten Sie sich Ihr Traumgetränk – einen selbstgemixten Cocktail, eine raffinierte Saftmischung, eine heiße Schokolade oder einen exquisiten Tee. Oder probieren Sie den Wein, den Sie sich bisher nicht gegönnt haben, weil er immer einen Euro teurer war als erlaubt.

 

Einen erfüllten Tag wünsche ich Ihnen,
Ihr Pfarrer Christoph Eichert (Evangelische Paulusgemeinde)

 

Wort für den Tag: Mittwoch, 29. April 2020

 

„Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu; ...“ Prediger 9,10a

 

Wort für den Tag
Ehrlich gesagt, ich habe den Überblick verloren. Wie viele Wochen sind wir nun schon zu Hause? 5,6,7?
Ich habe mich eingerichtet in diesem zu Hause sein. Manchmal verschwimmen die Tage. Dann weiß ich nicht, welcher Wochentag gerade ist. Nun kommt in der kommenden Woche wieder etwas mehr Struktur hinein, weil die Maßnahmen weiter gelockert werden. Aber es bleibt auch alles noch etwas vage.
Wenn wir so plötzlich ausgebremst werden wie Mitte März, dann entsteht bei vielen Menschen der Impuls, den Verlust der Kontrolle über das eigene Leben mit Aktivitäten auszugleichen. Da hat jeder seine eigene Strategie und auch sein eigenes Maß.
Ich hatte zum Beispiel das Bedürfnis, etwas zu tun, musste mir aber erst einmal gestatten, mir Raum zu geben, um die passende Idee zu finden oder auch die Lücke auszuhalten. Hier alle 10 Tage ein „Wort für den Tag“ zu schreiben, gehört zu meinen Ideen, die für mich machbar sind. Und da bin ich ganz bei dem biblischen Wort für den heutigen Tag.
„Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu.“ Prediger 9,10a
Ich soll tun, was mir vor die Hände kommt, was mir unmittelbar begegnet, was naheliegend ist, was meine Hände fassen können. Alles. Wirklich alles?
Da steht nicht, ich soll die Not aller retten oder gleich für alle Leute in meiner Strasse einkaufen gehen.
Da steht: Ich soll es mit meiner Kraft tun. Mit der Lebenskraft – so ist es biblisch gemeint, die mir von Gott gegeben ist. Sie ist nicht unerschöpflich und unermesslich groß. Sie ist begrenzt und heute vielleicht mehr als morgen. Sie ist ein Geschenk.
Und so entsteht eine Vielfalt vom Lächeln bis zur Lebensrettung.

 

Lied
„Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht...“ Ein Lied aus Taizé

 

Gebet
Gott des Lebens,
danke für die Lebenskraft, die du mir schenkst.
Es ist eine Freude zu erleben, was ich durch sie alles bewegen kann
und es ist mühsam auszuhalten, dass sie nicht für alle Vorhaben reicht.
So trage ich mit ihr auch meine Begrenztheit. Amen.

 

Was tun mit der freien Zeit?
Bitte nur das, was Ihnen wirklich vor die Hände kommt.

 

Ich wünsche Ihnen einen Tag, an dem Sie Ihre Lebenskraft spüren
Ulrike Taggeselle, ordinierte Gemeindepädagogin

 

Wort für den Tag: Dienstag der 3. Osterwoche, den 28.04.2020

 

Preist unseren Gott, alle, die ihn fürchten, klein und groß! Denn gekommen ist die Rettung und die Macht
und die Herrschaft seines Gesalbten. Halleluja.

 

Wort für den Tag:

 

Heute wird in der Lesung (Apg 7,51 – 8,1a) eindrücklich davon gesprochen: ich kann Jesus bekennen. Stephanus ist uns dafür ein Beispiel. So wie er kann ich den auferstanden Jesus den Menschen verkünden. Alle sollen es wissen: Er ist und bleibt Sohn Gottes; er ist bei Gott. Diese österliche Erfahrung ist eine Herausforderung und Viele haben sie schon über die Jahrhunderte hinweg bewältigt. Für einige Menschen ist das heute aber ganz neu. Und so viele benötigen Heil und Heilung und ein gutes Wort. Die Kraft dafür können wir im Gebet finden. Das rein gesprochene ebenso wie das tätige Gebet. Viele Mönche versuchen beides zu leben. Und es gelingt auch denen zu Hause. Es ist ganz einfach.

 

Im Prolog der „Regel des Heiligen Benedikt“ heißt es:
„Vor allem: wenn du etwas Gutes beginnst, bestürme ihn – Gott – beharrlich im Gebet, er möge es vollenden.

 

Das Gebet ist Gespräch mit Gott und sollte ohne Unterlass getan werden (1. Thessalonicher 5,16-18). Wenn wir in unserer Liebe zu Jesus Christus wachsen, werden wir ganz logischerweise den Wunsch haben, mit ihm zu reden.

 

Lied: „Sonne der Gerechtigkeit“ (EG 262 / GL 481 Strophen 4+5+7+ )
4) Tu der Völker Türen auf; Deines Himmelreiches Lauf hemme keine List noch Macht.
Schaffe Licht in dunkler Nacht. Erbarm Dich, Herr.

 

5) Gib den Boten Kraft und Mut, Glauben, Hoffnung, Liebesglut, lass Du reiche Frucht aufgehn,
wo sie unter Tränen säen. Erbarm Dich, Herr.

 

7) Lass uns eins sein, Jesu Christ, wie Du mit dem Vater bist, in Dir bleiben allezeit,
heute wie in Ewigkeit. Erbarm Dich, Herr.

 

Zusatz gefunden 8) Kraft, Lob, Ehr und Herrlichkeit sei dem Höchsten allezeit, der, wie Er ist drei in ein,
uns in Ihm lässt eines sein. Erbarm Dich, Herr.

 

Das Psalmgebet 23 nach der Übersetzung "Neues Leben"

 

Der HERR ist mein Hirte, ich habe alles, was ich brauche.
Er lässt mich in grünen Tälern ausruhen,
er führt mich zum frischen Wasser.
Er gibt mir Kraft.
Er zeigt mir den richtigen Weg
um seines Namens willen.
Auch wenn ich durch das dunkle Tal des Todes gehe,
fürchte ich mich nicht,
denn du bist an meiner Seite.
Dein Stecken und Stab schützen und trösten mich.

 

Du deckst mir einen Tisch vor den Augen meiner Feinde.
Du nimmst mich als Gast auf und salbst mein Haupt mit Öl.
Du überschüttest mich mit Segen.
Deine Güte und Gnade begleiten mich alle Tage meines Lebens,
und ich werde für immer im Hause des HERRN wohnen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Es gibt so viele Arten von Gebet: Bitt- und Glaubensgebet, Fürbittgebet, Verehrungsgebet, Lobpreis und Anbetung, Gebet der Hingabe, gemeinsames Gebet, Danksagung, Gebet vor und nach dem Essen, Gebet für Heilung, der Erinnerung, um Führung, um Hilfe beim Dienst am Nächsten, um Orientierung, dass man seinen Willen unterordnet.
Welche Art Gebet sprechen Sie heute - für wen - und einfach so bei der Arbeit!?

 

Ich wünsche Ihnen einen gebetsreichen Tag
Ihr Gemeindereferent Johannes Knackstedt

 

Wort für den Tag: Montag, 27. April 2020

 

Lesung (Joh 6, 25-29): Als sie Jesus auf der anderen Seite des Sees gefunden hatten, fragten sie ihn: „Meister, wie bist du denn hierhergekommen?“ Jesus antwortete ihnen: „Ich weiß genau, warum ihr mich sucht; ihr sucht mich nur, weil ihr von mir Brot bekommen habt und satt geworden seid, nicht, weil ihr glaubt, dass Gott mich geschickt hat. Bemüht euch doch nicht nur um das, was ihr zum täglichen Leben braucht, sondern vielmehr um die Nahrung, die bis ins ewige Leben reicht. Nur der Menschensohn kann sie euch geben. Denn dazu hat Gott, der Vater, ihn gesandt.“ Da fragten sie ihn: „Was sollen wir tun, um Gottes Willen zu erfüllen?“
Er erwiderte: „Nur eins erwartet Gott von euch: Ihr sollt an den glauben, den er gesandt hat.“

 

Der Shutdown hält weiter an – einige Lockerungen gibt es, aber dennoch müssen wir mit vielen Einschränkungen leben. Eine Zeit, die uns immer wieder herausfordert, gerade im Persönlichen. Eine Zeit, die sich anbietet, die „Nichtselbstverständlichkeiten“ des Lebens mehr in den Blick zu nehmen.
Worauf kommt es wirklich an? Welche Sehnsucht habe ich? Was suche ich? Darum geht es im Evangelium – die Menschenmenge sucht Jesus, den Wundertäter. Doch ER macht ihnen deutlich, dass es gerade nicht darum geht! Gott braucht nicht das Vielerlei der Menschen, die großen Taten und Leistungen. Er will den Glauben an Jesus Christus, seinen Sohn, den Auferstandenen, der uns die Liebe und die Hoffnung nahegebracht hat. So kommen wir zum wahren Leben, als Geschenk Gottes. Doch wodurch finde und erfahre ich dies?

 

Lied Gregor Meyle - Die Leichtigkeit des Seins (bei Youtube: https://bit.ly/3aCC8L4)
Siehst du die Schönheit des Planeten - Und du bist auch ein Teil davon - Hörst du das Schweigen der Proleten - Mit viel Glück bezwingt die Demut uns'ren Zorn - Und wenn nichts mehr geht dann starten wir von vorn' - Mit viel Glück ist uns're Liebe nicht verlor'n - Es ist 'ne Kleinigkeit - Es ist Bescheidenheit - Du brauchst nicht so viel - Nur etwas Mitgefühl - Die Leichtigkeit des Seins - Die Leichtigkeit des Seins - Wir haben zuviel Luxusprobleme - Was glücklich macht weiß jedes Kind - Wertvollster Schatz ist uns're Seele - Sie war der Grund weshalb wir aufgebrochen sind - Überzeugt davon dass das Gute stets gewinnt - Die Enttäuschung kommt und wir vergessen wer wir sind - Alle die noch voller Hoffnung sind, - Haltet durch denn ihr geht gegen den Wind - An alle die die ohne Hoffnung sind, - Aus Angst wird Hass und Hass macht blind - Siehst du die Schönheit des Planeten - Und du bist auch ein Teil davon

 

Gebet: Gott, unser Vater, wir danken dir für deinen Sohn, Jesus Christus, der uns durch Wort und Brot nahe sein will und uns für unser Leben stärken möchte. Wir danken dir für alles, was du uns schenkst – zu oft vergessen wir das, weil vieles einfach da ist und als selbstverständlich erachtet wird. Danke für viele Dinge, Menschen und Eigenschaften und bleibe bei uns, heute und an allen Tagen unseres Lebens. Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Den Blick für das Wesentliche schärfen!? Schreiben Sie auf jeweils 5 Zettel: Dinge & Menschen, die ihnen wichtig sind und Eigenschaften, die Sie haben. Sortieren Sie die jeweiligen Zettel nach Wichtigkeit. Wie würde es Ihnen gehen, wenn sie ihr aufgeschriebenes loslassen müssten? Was gibt Ihnen in der aktuellen Zeit besonders Halt, ist unverzichtbar? Was ist ihnen deutlich geworden?

 

Ich wünsche Ihnen, dass Sie immer wieder die „Leichtigkeit des Seins“ in Ihrem Leben entdecken & spüren!
Ihre Elisabeth Wanka (Gemeindereferentin)

 

Wort für den Tag: Sonntag Miserikordias Domini, 26. April 2020

 

Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst, und er antwortete mir. Jona 2,3

 

Wort zum Tag
Es gibt Lebensphasen, in denen man sich nach Ruhe und Einsamkeit sehnt. Schon viel zu lange herrscht aber mehr Ruhe, als den meisten von uns lieb ist. Wie schön wäre es, in gewohnter Weise miteinander feiern, plaudern, sitzen zu können – ob im Freundeskreis, in der Nachbarschaft oder mit den Enkelkindern. Einfach so. Ein Freund erzählte mir, dass sein jüngstes Kind neuerdings nicht mehr allein schlafen möchte, weil es Angst hat und schlecht träumt. Natürlich macht diese Zeit etwas mit uns allen. Wir Erwachsenen können das, was uns unterschwellig bedrückt, nur besser überspielen. Aber müssen wir das immer?
In den Psalmen der Bibel hören wir oft davon, wie jemand seine Not vor Gott bringt. Nicht im Stillen. Angst bekommt dort Namen, Worte, Fragen, die ausgesprochen werden. Als Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des großen Fisches ist, spricht auch er in seiner Hilflosigkeit ein solches Gebet. Jona weiß nicht, wie es mit ihm weitergeht. Aber er weiß einen Adressaten, der ihn erhört.
Der heutige Sonntag steht ganz im Zeichen des Guten Hirten, der seine Herde niemals im Stich lässt. Den entsprechenden Psalm haben Sie sicher schon in Zeiten der Not und Trauer gebetet: „Der HERR ist mein Hirte...“ Gott wird uns nicht loslassen, auch wenn die Krise noch länger nach uns greift. Wir werden wieder festen Boden unter uns spüren – wenn auch noch etwas unsicher auf den Beinen: „und der Fisch spie Jona aus ans Land.“

 

Lied
„Du bist mein Zufluchtsort“ („Durch Hohes und Tiefes“ 299)

 

Du bist mein Zufluchtsort.
Ich berge mich in Deiner Hand,
denn Du schützt mich, Herr.
Wann immer mich Angst befällt, traue ich auf Dich.
Ja, ich trau auf Dich, und ich sage:
„Ich bin stark in der Kraft meines Herrn.“

 

Gebet
Gott, es ist schwer, in einer Zeit Normalität zu leben, in der niemand weiß, wie alles werden wird. Hab Dank für jeden schönen Moment, der uns jetzt berührt und hilft. Lass uns Worte des Lebens finden, die Sprachlosigkeit und Angst überwinden.
Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Mit etwas Glück kann man manchmal entlang der Saale bei Wettin eine Schafherde mit ihrem Schäfer und dem emsig herumlaufenden Schäferhund beobachten. Aber auch sonst ist es da sehr schön. Wie wäre es mit einem Ausflug dorthin?

 

Lassen Sie den Mut nicht sinken!
Ihr Pfarrer Sven Hanson, Mitteldeutsches Bibelwerk

 

Wort für den Tag: Samstag, 25. April

Geht hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Mk 16,15b

 

Wort für den Tag:

 

Heute ist der Tag des Evangelisten Markus. So ganz viel weiß man nicht über diesen Mann. Selbst der Name soll einigen Wissenschaftlern zufolge erst nachträglich gewählt worden sein.
Bedeutsam ist das Markus-Evangelium insbesondere, weil es das älteste der vier Evangelien ist. Die Evangelisten Matthäus und Lukas haben kräftig von ihm abgeschrieben. Das Markus-Evangelium ist um das Jahr 70 verfasst worden. Sein Schreiber greift dabei auf die Erzählungen der ersten Christengemeinden zurück. Er sammelt, sortiert und fügt die einzelnen Stücke zu einem Gesamtwerk zusammen, das es in dieser Form zuvor noch nicht gegeben hat.
Das Bibelwort, das immer über dem Tag des Evangelisten steht, stammt aus der letzten Erzählung des Evangeliums. Hier erscheint Jesus nach seiner Auferstehung den verzagten Jüngern und gibt ihnen den Auftrag, aller Welt von ihm zu erzählen. Besser bekannt ist die Version bei Matthäus, da sie bei jeder Taufe vorgelesen wird.
Der Evangelist hat mit seiner Zusammenstellung der Erlebnisse um Jesus Christus auch von seinem eigenen Glauben erzählt.

 

Wie ist das eigentlich mit meinem Glauben, frage ich mich manchmal. Was kann ich Menschen antworten, die mich danach fragen? Welche Erlebnisse sind mir wichtig dafür? Welche biblischen Geschichten? Auch das ist Predigen des Evangeliums: Vom eigenen Glauben sprechen, mit anderen darüber ins Gespräch kommen. Und ganz besonders wichtig ist es genau dann, wenn der Glaube unsicher zu werden droht.

 

Lied: Herr, mach uns stark im Mut, der dich bekennt (EG 154; GL 552)
1. Herr, mach uns stark im Mut, der dich bekennt,
dass unser Licht vor allen Menschen brennt!
Lass uns dich schaun im ewigen Advent!
Halleluja, Halleluja!

 

2. Tief liegt des Todes Schatten auf der Welt.
Aber dein Glanz die Finsternis erhellt.
Dein Lebenshauch bewegt das Totenfeld.
Halleluja, Halleluja!

 

Psalmgebet am Tag des Evangelisten Markus, aus Psalm 57:
Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Denn auf dich traut meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe. Ich rufe zu dir, Gott, dem Allerhöchsten, zu dir, der meine Sache zum guten Ende führt. Gott, sende deine Güte und Treue.
Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, dass ich singe und lobe. Wach auf, meine Ehre, wach auf, Psalter und Harfe, ich will das Morgenrot wecken! Herr, ich will dir danken unter den Völkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten. Denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Erhebe dich, Gott, über den Himmel und deine Ehre über alle Welt! Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?

 

Was glauben Sie?
Vielleicht ergibt sich ja ein Gespräch darüber mit den Menschen in Ihrem Haushalt bei einem gemütlichen Frühstück oder einem ausgedehnten Mittagessen. Ich selbst genieße solche Gespräche am Samstagmorgen, solche Gespräche, bei denen nicht gleich alles richtig sein muss.

 

Ich wünsche Ihnen einen schönen Frühlingssamstag zusammen mit eins, zwei, drei… Menschen!

 

Ihre Simone Carstens-Kant, Pfarrerin der Marktgemeinde

 

Wort für den Tag: Freitag, 24. April 2020

 

Zum Abschied schenke ich euch Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden. Ich gebe euch keinen Frieden, wie ihn diese Welt gibt. Lasst euch im Herzen keine Angst machen und fürchtet euch nicht. Ihr habt gehört, dass ich euch gesagt habe: ‚Ich gehe fort, aber ich komme zu euch zurück.‘
(Johannes 14,27-28a)

 

Wort für den Tag:
Jesus verabschiedet sich hier in einer langen Rede von seinen Jüngern. Aber es ist kein endgülti-ger Abschied. Es ist ein Abschied mit dem Versprechen des Wiedersehens. Und Jesus hält, was er verspricht. Die Jünger sehen Jesus nach seinem Tod wieder - mehrmals. Deswegen sagt Jesus seinen Jüngern auch vor seinem Tod, dass sie jetzt keine Angst haben müssen. Sie sollen nach vorne schauen. Sie sollen mit seinen Worten von seiner Rückkehr unterwegs sein, anstatt mit der Trauer über das Weggehen Jesu stehen zu bleiben.
Meint Jesus das mit ‚seinem Frieden‘? Dass ich gegen die Gesetzmäßigkeiten dieser Welt denke? Dass ich in erdrückenden Momenten einen Hauch von Befreiung spüren kann? Dass an trüben Tagen ein klarer Gedanke für mich zum Greifen nah ist? Das Gefühl von Frieden erfahre ich sicher anders als andere Menschen und in verschiedenen Situationen höchst unterschiedlich. Der Frieden Jesu jedenfalls, wie er sich auch für mich anfühlen mag, ist ein Geschenk – sein Geschenk. Und ich nehme es an, wenn es mich erreicht.

Lied:
Wenn Ihnen heute danach ist, danken Sie Gott für seine Geschenke:

Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge tut an uns und allen En-den, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut bis hierher hat getan.

 

Der ewigreiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden ge-ben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort.

 

Lob, Ehr und Preis sei Gott dem Vater und dem Sohne und Gott dem Heilgen Geist im höchs-ten Himmelsthrone, ihm, dem dreiein’gen Gott, wie es im Anfang war und ist und bleiben wird so jetzt und immerdar.
(GL 405/ EG 321,1-3)

 

Gebet:
Herr Jesus Christus,
Du schenkst uns Deine Worte, die uns die Angst nehmen. Du schenkst uns Glauben und Ver-trauen in Dich. Du vergibst uns, wenn wir Deine Geschenke nicht annehmen wollen oder kön-nen. Und das größte Geschenk, das Du uns machst, bist Du selbst. Dafür danken wir Dir sehr.
Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Geschenke sind etwas Wunderbares!
Auf meinem Küchentisch steht ein Strauß leuchtend rot-gelber Tulpen. Ich habe ihn geschenkt bekommen. Verschenken Sie eine kleine Aufmerksamkeit an eine Person, der Sie eine Freude machen wollen. Überlegen Sie am Ende des Tages, wo Sie heute beschenkt wurden.

 

Ich wünsche Ihnen den Frieden unseres Herrn!
Ihre Katrin Mang (Vikarin)

 

Wort für den Tag: 23. April 2020

 

Im Bistum Magdeburg wird heute das Fest des Adalbert von Prag gefeiert. Er stammte aus einer slawischen Adels-familie und wurde auf den Namen Vojtech getauft. Seine Eltern schickten ihn 972 an die Magdeburger Domschule. Nach seiner Firmung nannte er sich nach seinem Gönner, dem Magdeburger Erzbischof, Adalbert. 981 kehrte er nach Prag zurück, wo er die Priesterweihe empfing und später Bischof wurde. Auf einer Missionsreise durch Preußen erlitt er zu Tenkitten am Frischen Haff am 23. April 997 den Märtyrertod.

 

„Wenn es also eine Ermahnung in Christus gibt, einen Zuspruch aus Liebe, eine Gemeinschaft des Geistes, ein Erbarmen und Mitgefühl, dann macht meine Freude vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, einander in Liebe verbunden, einmütig, einträchtig.“ (Phil 2,1f)

 

Wort für den Tag:
Immer häufiger wird in diesen Tagen darüber diskutiert, die Kindertagesstätten wieder zu öffnen. Wie die Leopoldina aufzeigte, gäbe es dafür gute Gründe. Kinder brauchen Gleichaltrige, um mit-einander zu spielen. Sie brauchen die Kindergärten, um mögliche Bildungs- und Sprachdefizite durch die Herkunft zu kompensieren. Und manche brauchen den Rückzugsraum einer Einrichtung, um vor Übergriffen geschützt zu werden. Solange das nur bedingt möglich ist, sind wir gefordert, auf die Kleinen zu achten. Bettina Wegner hat unsere Verantwortung 1978 in ein einfühlsames Lied gekleidet. Darin heißt es: „Sind so kleine Hände, winz'ge Finger dran. Darf man nie drauf schlagen, die zerbrechen dann. … Ist so'n kleines Rückgrat, sieht man fast noch nicht. Darf man niemals beugen, weil es sonst zerbricht. Grade, klare Menschen wär'n ein schönes Ziel. Leute ohne Rückgrat hab'n wir schon zuviel.“
Adalbert von Prag war vom Erzbischof Adalbert so beeindruckt, dass er seinen Namen übernahm. Beeindrucken wir unsere Kleinen, indem wir die Worte des Paulus beherzigen und versuchen, in Liebe füreinander da zu sein – voller Mitgefühl und Erbarmen.

 

Lied: „Hände die schenken, erzählen von Gott“ (GL 803)
Hände, die schenken, erzählen von Gott. Sie sagen, dass er mich erhält. Hände, die schenken, er-schaf¬fen mich neu. Sie sind der Trost dieser Welt.

 

Worte, die heilen, erzählen von Gott. Sie sagen, dass er zu mir steht. Worte, die heilen, befreien mich heut’. Sie sind das Licht dieser Welt.

 

Augen, die sehen, erzählen von Gott. Sie sagen, dass er auf mich schaut. Augen, die sehen, sie öffnen die Tür. Sie sind die Hoffnung der Welt.

 

Lippen, die segnen, erzählen von Gott. Sie sagen, dass er mich erwählt. Lippen, die segnen, sind Freude für mich. Sie sind die Zukunft der Welt.

 

Gebet:
Gott, wir danken dir für unsere Kinder. Du hast sie uns geschenkt. Sie machen uns Freude, aber auch Sorgen. Segne sie! Schenken ihnen Selbstständigkeit, dass sie ihr Leben zu meistern lernen. Stelle ihnen treue Freunde zur Seite, die sie unterstützen und begleiten. Und hilf uns, ihnen gute Vorbilder zu sein. Bleibe bei uns, wir vertrauen auf dich. Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Die Kinder schauen auf uns – Kinder brauchen Vorbilder. Ein Lächeln, ein guter Zuspruch sind auch auf 2 Meter Abstand möglich. Achten wir heute einfach auf die Kinder und versuchen wir, ihnen ein Vorbild zu sein, so wie es Erzbischof Adalbert für den Schüler Vojtech war. Gehen wir liebevoll miteinander um. Wenn das für Sie zu unkonkret ist, hören Sie sich das Lied „Kinder“ von Bettina Wegner an und lassen Sie sich davon inspirieren.

 

Ihnen allen einen Tag voller liebevoller Momente wünscht Ihnen Pfarrer Magnus Koschig

 

Wort für den Tag: Mittwoch, 22. April 2020

 

Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir. (Augustinus)

 

Gedanken für den Tag:
Ja, unruhig bin ich. Trotz oder gerade wegen der verordneten äußeren Ruhe. Ich sehne mich nach Lockerungen der Kontaktbeschränkungen. Ich denke dabei auch an alle, die die momentane schwierige Situation nur noch schwer aushalten. Auf der anderen Seite mache ich mir Sorgen, dass durch die Aufhebung der Beschränkungen die Zahl der Erkrankten, und damit auch der schwer Erkrankten, heftig ansteigen wird.
Ich mache mir auch Gedanken um unsere Natur. Es hat so lange nicht mehr geregnet. Die Gärten, die Felder, die Wälder sind staubtrocken. In den Nachrichten wird von ersten Waldbränden berichtet.
All das macht mich unruhig. Und ich frage mich, was ist dabei meine Rolle? Was kann ich tun?
In den vergangenen Tagen habe ich „Die Pest“ von Albert Camus gelesen. Gefragt, wie er mit der schlimmen Situation in seiner Stadt umgeht, antwortet der Arzt Dr. Rieux: Ich will kein Heiliger sein. Ich fühle mich einfach nur mit denen verbunden, die von der Krankheit besiegt werden. Und ganz wörtlich: „Was mich interessiert, ist, ein Mensch zu sein.“
Die Haltung dieses Arztes hilft mir. Sie gibt mir Orientierung. Genau, darum geht es doch: An die Schwachen zu denken – an die Kranken, an die Verzweifelten, an die Bedrohten in der Nähe und auch in der Ferne – ihnen beizustehen. Es geht darum, Mensch zu sein und zu bleiben. Mehr können wir vielleicht nicht tun, aber auch nicht weniger. Was das genau bedeutet, davon erzählen die Geschichten der Bibel. Das sagt uns auch unser Herz.
Und uns steht Gott bei. Auch er ist Mensch geworden. Er lebte als wahrer Mensch unter Menschen. Er hat versprochen, bei uns zu sein, bis ans Ende unserer Zeit.
Das tröstet mich und gibt mir Halt.

 

Lied (EG 65, GL 430):

 

  1. Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar,
    so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.
  2. Noch will das alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last.
    Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen das Heil, für das du uns geschaffen hast.
  3. Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag.
    Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.


Gebet:
Gott,
gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann.
Gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann.
Und gib mir die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.
Amen.

 

Und was tun an diesem Tag?
Überlegen Sie: Was gibt Ihnen Halt in diesen Tagen? Wie finden Sie zur Ruhe?
Schreiben Sie das ruhig auf. Dann geht es so schnell nicht wieder verloren.

 

Mögen Sie behütet und getröstet sein!

Herzliche Grüße
Ihre Pfarrerin Gundula Eichert (Laurentiusgemeinde)

 

Wort für den Tag: Dienstag, 21. April 2020

 

Alles, was unter dem Himmel geschieht, hat seine Zeit. Zeit zum Weinen / und Zeit zum Lachen, / Zeit des Klagens / und Zeit des Tanzens, Zeit, Steine zu werfen, / und Zeit, Steine zu sammeln, / Zeit, sich zu umarmen, / und Zeit, sich loszulassen (Prediger 3, 1.4.5)

 

Zwei Pilgerer besteigen einen hohen Berg, um den Willen Gottes zu ergründen. Oben angelangt, vernehmen sie in der Dunkelheit eine Stimme: „Beladet eure Pferde mit Steinen!“
„Siehst du“, sagt der Erste: „Gott bürdet uns nach dem anstrengenden Aufstieg immer noch mehr auf. Ich werde ihm nicht mehr gehorchen.“ Der andere jedoch befolgt die Stimme und als sie am nächsten Morgen am Fuße des Berges angelangt sind, fallen die ersten Sonnenstrahlen auf seine eingesammelten Steine. Es waren alles Diamanten.

 

Wir wissen, nicht, wozu diese Krisenzeit gut ist und warum Gott uns so viele Lasten aufbürdet. Es könnte aber sein, dass sich so mancher Sorgenstein im Nachherein als Diamant entpuppt.

 

Lied: (Hohes und Tiefes 305)
Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich, still und leise;
und ist er noch so klein, er zieht doch weite Kreise.
Wo Gottes große Liebe in einen Menschen fällt,
da wirkt sie fort in Tat und Wort hinaus in uns're Welt.

 

Ein Funke, kaum zu seh'n, entfacht doch helle Flammen;
und die im Dunkeln steh'n, die ruft der Schein zusammen.
Wo Gottes große Liebe in einem Menschen brennt,
da wird die Welt vom Licht erhellt;
da bleibt nichts, was uns trennt.

 

Nimm Gottes Liebe an. Du brauchst dich nicht allein zu müh'n,
denn seine Liebe kann in deinem Leben Kreise zieh'n.
Und füllt sie erst dein Leben, und setzt sie dich in Brand,
gehst du hinaus, teilst Liebe aus, denn Gott füllt dir die Hand.

 

Gebet:
Gott , lass mich verstehen, was um mich herum geschieht.
Gib, dass diese Zeit nicht umsonst für mich ist, sondern eine wertvolle Erfahrung birgt.
Fülle du meine Zeit mit deiner Gegenwart. Amen

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Bemalen Sie Steine mit bunten Farben und legen Sie sie bei Ihrem nächsten Spaziergang so auf den Weg, dass sie Andere finden und sich daran freuen können.

 

Kommen Sie gut durch die Zeit.

Ihr Pfarrer Friedhelm Kasparick

 

Wort für den Tag: Montag, 20. April 2020

 

Bibelwort:
Als Letztem von allen erschien er auch mir. (1. Korintherbrief 15, 8)

 

Auslegung:
Wann ist eigentlich Ostern? Dumme Frage, denken Sie vielleicht, das weiß doch jedes Kind, und ein Pfarrer sollte das erst recht wissen: Das Osterfest liegt jetzt eine Woche zurück. Trotzdem: Die Bibel ist da gar nicht so eindeutig. Da sind die Frauen, die am leeren Grab einen Engel sehen. Da ist Maria, die dem Auferstandenen begegnet und meint, er sei der Friedhofsgärtner. Da sind die zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus und die anderen Jünger auch, denen der Auferstandene erscheint. Doch Thomas war nicht dabei und will es nicht glauben. Er muss eine ganze Woche warten, bevor sich Christus auch ihm zeigt. Und ganz zum Schluss ist der Apostel Paulus an der Reihe.
Wann ist Ostern? Die einen haben am Ostersonntag „Christ ist erstanden“ gesungen, aus voller Kehle und vollem Herzen. Anderen war die Kehle wie zugeschnürt, egal, was im Kalender steht. Manche spüren Lebensfreude, Frühlingsfreude, Hoffnungsfreude in sich. Andere bleiben leer und niedergedrückt. Wenn Sie zu letzteren gehören: Vergessen Sie das Osterfest noch nicht. Geben Sie dem Auferstandenen noch etwas Zeit. Er ist unterwegs zu Ihnen, ganz gewiss. So sieht es auch Hilde Domin, die großen Dichterin. Sie sagt:
Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten.
Ostern findet im Herzen statt, nicht im Kalender. Und da schlagen die Uhren manchmal anders. Aber sie schlagen. Frohe Ostern, wann auch immer die Zeit für Sie kommt!

 

Lied „Christ ist erstanden“ (GL 318, EG 99):


Dieses Lied kann man immer singen, wenn einem österlich zumute ist:

  1. Christ ist erstanden von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.
  2. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit dass er erstanden ist, so lob’n wir den Vater Jesu Christ. Kyrieleis.
  3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.

 

Gebet:
Gott des Lebens, lass mich das Wunder der Auferstehung spüren.
Verwandle meine Traurigkeit in Freude.
Zeige mir, dass Du es gut mit mir meinst.
Schenke mir und allen Menschen neues, erfülltes Leben.
Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Beobachten Sie sich selbst ein bisschen und achten Sie auf das, was Sie glücklich macht heute – ein gutes Essen, ein Gespräch, die Tulpen im Garten. Ertappen Sie sich dabei, wenn Sie lächeln oder gar lachen. Und überlegen Sie, womit Sie dem Glück heute ganz gezielt nachhelfen können.

 

Eine gute österliche Zeit wünsche ich Ihnen,
Ihr Pfarrer Christoph Eichert

 

Wort für den Tag: 1. Sonntag nach Ostern, Quasimodogeniti

 

„Glücklich sind, die nicht sehen und trotzdem glauben.“ Joh 20, 29

 

Wort für den Tag
Ich schaue auf das alte Bild „Der ungläubige Thomas“. Wenn Sie mögen, dann schauen Sie gemeinsam mit mir unter folgendem Link auf das Bild https://www.wikiart.org/de/michelangelo-merisi-da-caravaggio/der-unglaubige-thomas-1602. Und wenn das nicht geht, stellen Sie es sich vor Ihrem inneren Auge vor.

 

Es ist ein 400 Jahre altes Gemälde. Auf ihm ist etwas abgebildet, was es so gar nicht zu sehen gab und gibt.
In der linken Bildhälfte steht Jesus. Sein Körper ist nur notdürftig von einem Tuch umschlungen. Seine Brust und vor allem die Wunde in seiner Seite sind unbedeckt. Ruhig, konzentriert und scheinbar schmerzfrei schaut er – tja, wohin? – auf die Hand des Jüngers Thomas, die sich gerade in seine Seite bohrt, auf seine eigene Hand, die dessen Hand hält, bremst, führt? Oder schaut er eher nach Innen?
Hinter Thomas stehen noch zwei Jünger. Hochkonzentriert und forschend richtet sich ihr Blick auf den Finger des Thomas, fast muten sie an wie zwei Ärzte bei einer Operation. Auf der ganzen Szene liegt eine große Ruhe und Konzentration. In gleicher Weise richtet sich der Blick des Thomas auf seine eigenen Zeigefinger, der in der Seite Jesu auf Augenhöhe verschwunden ist.
Alles sieht so echt und absolut glaubwürdig aus. So hätte es doch wirklich sein können. Tatsächlich wird es uns im Johannesevangelium aber nicht so erzählt.
Dort fordert Jesus Thomas auf, das zu tun, was der Maler Caravaggio gemalt hat, aber Thomas tut es nicht. Jesus zu sehen, das reicht für ihn aus. Den ganz handfesten Beweis für die Auferstehung braucht sein Glaube doch nicht. Er muss ihn nicht mehr berühren, aber er muss damit leben, dass sein Glaube mehr spürbare, sichtbare Erfahrung braucht. Er muss damit leben, dass Jesus ihm sagt: „Glücklich sind, die nicht sehen und trotzdem glauben.“ Joh 20, 29
Ach, Thomas, möchte ich ihm gerne sagen, ich kann dich verstehen. Mein Glaube braucht auch immer mal spürbarere Erfahrungen. Ein Gottesdienst im Internet ist besser als gar keiner und doch ist es für mich meilenweit von der Erfahrung entfernt, mit anderen gemeinsam zu singen und zu beten und einen Raum zu teilen. Jetzt, wo das nicht so einfach möglich ist, spüre ich erst, wie es mir fehlt, Bruder Thomas.

 

Lied für den Tag
„Die ganze Welt, Herr Jesu Christ“ EG 110

Gebet
Es mag so sein
wie das Aufstehen
nach einer langen, erschöpfenden Krankheit.

 

Allmählich beginnen wir Fuß zu fassen
im neuen Leben,
das unberührt vor uns liegt
und uns zu locken beginnt.

 

Wieder geboren
wachsen wir heran
und nähern uns
dem Geheimnis von Ostern, Gott.

 

Wir fragen, wir glauben,
wir zweifeln, wir hoffen.
Hilf uns, Gott des Lebens.
(Leicht gekürzt aus Domay, Erhard, Köhler, Hanne (Hrsg.) 2003: Gottesdienstbuch in gerechter Sprache, Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus GmbH)

 

Was tun, mit der freien Zeit?
Ich werde heute Abend um 19 Uhr wieder auf meinen Balkon gehen und zurückhaltend bei „Der Mond ist aufgegangen“ mitsingen und laut in das Rund der vielen Hinterhöfe „Danke!“ rufen. Vielleicht habe Sie auch die Möglichkeit an so einer real erfahrbaren Form von Musik teilzunehmen.

 

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten 1. Sonntag nach Ostern!

 

Ulrike Taggeselle, ordinierte Gemeindepädagogin

 

Wort für den Tag: Freitag, 17. April 2020

 

Lesung (Joh 21, 12-14):
Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst!
Keiner von den Jüngern wagte zu fragen: Wer bist du?
Denn sie wussten, dass es der Herr war.
Jesu trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch.
Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

 

Jesus ist da. Gott lässt uns nicht allein, auch wenn das manchmal schwer zu glauben ist, bei allem, was um uns herum passiert. Doch letztlich ist dies der Glaube, die Hoffnung und die Liebe, die in der Auferstehung Jesu erfahrbar werden und uns für unser Leben stärken sollen.
Doch wie kann ich das spüren? Dem in meinem Alltag Raum geben?
Selbst für die Freunde Jesu war es zu Beginn nur schwer zu verstehen. Doch Jesus hat sich ihnen immer wieder gezeigt, um ihnen deutlich zu machen, er ist noch da, er ist bei ihnen – in allem, was sie tun.
Als erstes hat er Maria angesprochen: „Jesus sagte zur ihr: Maria!“ Und heute hören wir, dass Jesus bereits ein drittes Mal erscheint: seinen Jüngern.
Wie und woran können wir Jesus heute, in unserem Leben, erkennen?
Oder sind wir manchmal doch zu sehr beschäftigt, belastet und gefangen in unserem eigenen Denken und Tun, dass uns der nötige Blick für unser Leben und das Wirken Gottes fehlt?

 

Gebet:
Unbegreiflicher Gott,
komm wir bitten dich, komm und segne uns.
Sei uns Licht, im Dunkel,
sei der leise Ton, in all dem Lärm,
sei die Stimme, die erinnert,
sei die Hand, die sanft berührt,
sei der Geist, der mich atmen lässt.
Sei mein Gott, ich bin bereit, deinen Weg zu gehen -
dem Leben entgegen.
Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Überlegen Sie heute einmal ganz bewusst, wo Sie Jesus in ihrem Tag begegnet sind – im Staunen über die Natur, im Lächeln eines Menschen, …
Vielleicht finden Sie auch jemanden, mit dem Sie sich darüber austauschen können.

 

Ich wünsche Ihnen immer wieder diese Begegnungen mit Jesus – dem Auferstandenen!
Bleiben Sie behütet! Ihre Elisabeth Wanka (Gemeindereferentin)

 

Wort für den Tag: Donnerstag, 16. April 2020

 

Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein. Psalm 118,24

 

Wort zum Tag
Abstand hilft! Nein, ich meine jetzt nicht die von uns allen verinnerlichte Abstandregel aus Gründen des Infektionsschutzes. Natürlich hilft dieser Abstand auch und ist derzeit streng geboten. Aber er belastet auch, weil wir doch eigentlich Umgang und Nähe brauchen.
Ich meine eher den Abstand, der den Horizont weitet. Häufig machen wir die Erfahrung, dass etwas erst mit Abstand wirklich erkennbar wird. Das kann ein Bild oder Gemälde sein, aber auch die Gefühle für jemanden oder etwas.
Auch in der Bibel erschließt sich manches erst aus dem Abstand heraus: Viele Worte Jesu haben die Jüngerinnen und Jünger erst nach seiner Auferstehung begreifen können. Auch der 118. Psalm aus dem Ersten Testament – ein Lob- und Segenspsalm - erscheint vor dem Hintergrund der Auferstehung Jesu in einem ganz neuen Licht. Bis heute versuchen wir, die biblischen Texte und ihre Botschaft noch tiefer zu deuten und zu verstehen, um ihnen besser gerecht werden zu können.
So weist auch Ostern weit über den Tag hinaus: Die Feier der Auferstehung ist nicht nur der Beginn einer langen Festzeit, sondern die Ermutigung zu einer neuen Sicht auf das Leben. Das kann uns dabei helfen, krisenhafte Zeiten wie diese besser einzuordnen – und zu bewältigen.

 

Lied
Der schöne Ostertag! (EG 117)

 

  1. Der schöne Ostertag! Ihr Menschen, kommt ins Helle! Christ, der begraben lag, brach heut aus seiner Zelle. Wär vorm Gefängnis noch der schwere Stein vorhanden, so glaubten wir umsonst. Doch nun ist er erstanden, erstanden, erstanden, erstanden.
  2. Was euch auch niederwirft, Schuld, Krankheit, Flut und Beben - er, den ihr lieben dürft, trug euer Kreuz ins Leben. Läg er noch immer, wo die Frauen ihn nicht fanden, so kämpften wir umsonst. Doch nun ist er erstanden, erstanden, erstanden, erstanden.
  3. Muss ich von hier nach dort – er hat den Weg erlitten. Der Fluss reißt mich nicht fort, seit Jesus ihn durchschritten. Wär er geblieben, wo des Todes Wellen branden, so hofften wir umsonst. Doch nun ist er erstanden, erstanden, erstanden, erstanden.

 

Gebet
Du, Gott, schaffst Weite und Zukunft. Du bist das Leben und die Fülle. Hab Dank für das Licht von Ostern, welches alles hell und neu macht. Bei aller Sorge hilf uns, über den Tag und Alltag hinauszuschauen: nicht die Dunkelheit bleibt, sondern der helle Tag der Auferstehung. Er soll uns leuchten in allem, was noch kommen mag.
Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Gibt es in Ihrer Nähe einen Ort, von dem aus Sie einen weiten Ausblick haben? Wandern Sie demnächst einmal dorthin, um die Weite zu genießen!

 

Ihnen eine frohe Osterzeit!
Ihr Pfarrer Sven Hanson, Mitteldeutsches Bibelwerk

 

Wort für den Tag: Ostermittwoch 15.4.2020

 

Liebe deinen Nächsten — tue Gutes ihm zum Wohle, denn er ist wie du. (jüdische Übersetzung von 3. Mose, 19,18)

 

Wort für den Tag

 

Immer über Mittag ist die Marktkirche geöffnet.
Immer über Mittag bin ich in diesen Wochen entweder dort oder gegenüber an meinem Schreibtisch.
Und dann schlägt die Uhr vom Roten Turm. Zuverlässig, unermüdlich. Immer mittags um 1 erzählt sie von neuem Leben in unserer Stadt. Und ich zähle mit, eins-zwei-drei-vier… Für jedes Baby ein Glockenschlag. Verbunden mit Händels Halleluja.
Halleluja – Lobt Gott! Dafür, dass das Leben nicht in die Emigration geht.
Ich denke an die Babies, die in dieser Zeit geboren werden. In ein paar Jahren werden ihre Mütter und Väter erzählen, wie das war als sie geboren wurden, in der Zeit der Pandemie. Dass der werdende Papa vielleicht nicht bei der Geburt dabei sein durfte. Dass aber die Hebamme das erste Foto sofort per whatsapp zu ihm geschickt hat.
Ich bete für all diese Kinder. Ich bete, dass sie in Liebe aufwachsen dürfen. Und ich bete, dass Nächstenliebe nie ein Fremdwort für sie ist. Denn sie wurden geboren in einer Ausnahmesituation, die die Menschen in ungeahnter Weise zur Nächstenliebe motivierte.

 

Lied, und gleichzeitig ein Gebet: O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens (EG 416)

 

O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich Liebe übe, wo man sich hasst,
dass ich verbinde, da, wo Streit ist.
Dass ich die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,
dass ich ein Licht anzünde, wo die Finsternis regiert.
Denn wer da hingibt, der empfängt,
wer stirbt, erwacht zum ewigen Leben.
Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Was nehmen Sie sich vor für die „Zeit nach Corona“? Schreiben Sie es sich für den 15. Oktober in Ihren Kalender.

 

Ich wünsche Ihnen österliche Hoffnung auf das was kommen wird,

Ihre Simone Carstens-Kant, Pfarrerin der Marktgemeinde

 

Wort für den Tag: Dienstag, 14. April 2020

 

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.
(1. Petrus 1,3)

 

Wort für den Tag:
Ich ziehe meine Schuhe an, ohne Socken, denn es ist warm draußen. Ich gehe die Treppe hinun-ter, öffne die Tür zur Straße. Ich trete hinaus in das helle und warme Sonnenlicht. Ich laufe los, spüre den Asphalt unter meinen Füßen. Eine ganze Weile laufe ich an der tristen Straße entlang, die Sonne im Rücken. Dann biege ich rechts in einen schmalen Weg ein, gesäumt von Kirsch-bäumen. Mein Blick hebt sich nach oben – ein weißes Blütendach, durch dessen kleine Lücken ich den blauen Himmel und einzelne Wölkchen sehen kann. Eine leichte Brise trägt die Lieder der Vögel zu mir. Die Zweige voller Weiß wiegen sich sanft und geben ein zartes Rauschen von sich. Ich setze meine Schritte fort, ganz eingenommen und ausgefüllt von dieser Stimmung. Mir fällt eine Sitzbank ins Auge. Auf ihr liegen kleine weiße Zettel durch einen Stein beschwert. Ich lese die Worte:

Der Herr segne dich, behüte dich, lasse sein Angesicht leuchten über dir, und der Herr
sei dir gnädig!
Er erhebe sein Angesicht über dich, und erfülle dein Herz mit seinem Licht, tiefer Friede
begleite dich.

Ich spüre die lebendig gewordene Hoffnung!

 

Lied:
Der Herr segne dich (HUT 228)
Refrain: Der Herr segne dich, behüte dich, lasse sein Angesicht leuchten über dir, und der Herr sei dir gnädig! Er erhebe sein Angesicht über dich, und erfülle dein Herz mit seinem Licht, tiefer Friede begleite dich.
Strophe 1: Ob du ausgehst oder heimkommst, ob du wach bist oder schläfst, sei gesegnet und ge-stärkt durch seinen Geist. Ob du in das Tal hinabgehst, oder Berge vor dir stehn, mögest du den nächsten Schritt in seinem Segen gehen!
Refrain
Strophe 2: Ob die Menschen, die du liebst, dies erwidern oder nicht, sei ein Segen durch die Gna-de deines Herrn. Ob die Träume, die du träumtest, noch verheißungsvoll bestehn, oder längst schon nicht mehr für dich wie ein Traum aussehn.
Bridge: Friede mit dir! Friede mit dir! Friede mit dir!
Refrain

 

Gebet:
Lebendiger Gott,
wohin meine Füße mich heute auch tragen werden, ich bitte Dich um einen hoffnungsvoll erho-benen Blick und um Deinen Segen auf meinem Weg.
Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Schreiben Sie einen Satz oder Vers auf, der Ihnen gerade viel Hoffnung schenkt. Verteilen Sie ihn als Hoffnungszettel, im Hausflur, in Briefkästen, auf der Straße, im Park.

 

In seinem Segen Gott befohlen!
Ihre Katrin Mang (Vikarin)

 

Wort für den Tag: Ostermontag, 13. April 2020

 

Der Ostersonntag liegt hinter uns. Ist bei Ihnen die Osterfreude aufgekommen? Die Kirche lädt uns heute ein, mit den Jüngern nach Emmaus unterwegs zu sein. Miteinander über das zu reden, was uns gerade beschäftigt, erfreut oder ärgert. Und sie lädt uns mit dieser Ostererzählung ein, darauf zu vertrauen, dass der Auferstandene mit uns unterwegs ist und bleibt, auch wenn wir ihn nicht erkennen.

 

„Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift eröffnete?“ (Lk 24,32)

 

Wort für den Tag:
Unsere Stimmungen und Gefühle werden nicht durch den Kalender bestimmt. Es klappt nicht, auf Knopfdruck am Gründonnerstag betroffen, am Karfreitag traurig und am Ostersonntag fröhlich zu sein. Es gibt einen Unterschied zwischen dem, was wir in der Kirche feiern und meiner persönlichen Stimmung. Für den einen kann schon am Gründonnerstag Ostern sein, weil er spürt, dass der Herr vor ihm kniet und ihm liebend die Füße wäscht, und für einen anderen kann selbst am Ostermorgen die Traurigkeit des Karfreitags oder die Leere des Karsamstags aufbrechen. Dies gilt es anzunehmen und zu akzeptieren. Zugleich aber sollten wir uns an den Jüngern ein Beispiel nehmen und miteinander reden, einander helfen, den tieferen Sinn der Schrift zu verstehen, denn vieles erschließt sich uns erst im Nachhinein. Auch die Jünger bekannten erst in der Rückschau: „Brannte nicht das Herz in uns, als er uns die Schrift erschloss?“.
Jesus ist nicht einfach in dieses Leben zurückgekehrt. Seine neue Existenzweise ist so verblüffend anders, dass er zunächst selbst von seinen engsten Freunden nicht erkannt wurde. Wenn wir also Jesus nicht sofort erkennen, weil unsere Augen an der Oberfläche gehalten sind, gleichen wir den beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus. Mit ihnen lasst uns dann weiter gehen; mit ihnen lasst uns über alles reden, was wir erfahren und manchmal auch erlitten haben. Und mit ihnen lasst auch uns darauf vertrauen, dass der Auferstandene mit uns unterwegs ist. Erzählen wir einander, wo wir dem Auferstandenen begegnet sind, damit die Osterfreude in uns wachsen kann, und lasst uns so zu Menschen werden, die die Osterfreude in die ganze Welt tragen.

 

Lied: „Die ganze Welt, Herr Jesu Christ“ (EG 110 / GL 332 Strophen 1+2+5)
Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Halleluja, Halleluja,
in deiner Urständ fröhlich ist. Halleluja, Halleluja.

 

Das himmlisch Heer im Himmel singt, Halleluja, Halleluja,
die Christenheit auf Erden klingt. Halleluja, Halleluja.

 

Der Sonnenschein jetzt kommt herein, Halleluja, Halleluja,
und gibt der Welt ein neuen Schein. Halleluja, Halleluja.

 

Gebet:
Lebendiger Gott, in diesen Tagen erneuerst du unseren Glauben und schenkst uns die Freude am Leben mit dir, das kein Ende kennt. Öffne die Augen unserer Herzen, damit wir im Gewöhnlichen das Ungewöhnliche erkennen; die Nähe deines Sohnes erfahren und miteinander unterwegs bleiben in Freude und Leid. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, unseren Bruder, der mit uns geht und bei uns bleibt in Zeit und Ewigkeit. Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Lesen Sie die Geschichte von den Emmaus-Jüngern Lukas 24,13-35 und erzählen Sie einander, wo und wann bei Ihnen das Herz brannte; wo und wann sie den Herrn erkannten.

 

Ihnen allen einen gesegneten Ostermontag wünscht Pfarrer Magnus Koschig

 

Wort für den Tag: Ostersonntag, 12. April 2020

 

„Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja.“ (Ostergruß)

 

Wort für den Tag:
Maria geht zum Grab. Es ist früh am Morgen. Sie weint. Vor ihrem inneren Auge ziehen die vergangenen Tage vorbei. Jesus, ihr Freund, ihr Lehrer, ihr Herr, ist am Kreuz gestorben.
Nun steht sie vor dem Grab. Aber es ist leer. Was soll das bedeuten? Sie hebt den Blick und sieht eine Gestalt. Sie denkt, es ist der Gärtner. Er spricht sie an: „Frau, warum weinst du?“ Sie will es erklären, da hört sie ihn sagen: „Maria!“ Ein Schauer läuft ihr den Rücken hinunter. Sie kann es kaum fassen. Für einen Moment bleibt die Zeit stehen. Sie spürt die Nähe Jesu. Sie erkennt: Jesus ist auferstanden! Da verwandelt sich ihre Traurigkeit in Freude, ihre Niedergeschlagenheit in Zuversicht.
Doch Jesus spricht zu ihr: „Rühr mich nicht an!“ Maria versteht: Es ist nicht einfach alles wie früher. Es ist anders. Aber Jesus ist da. Er hat ihr Herz berührt, auch wenn Berührung nicht möglich ist. (nach Johannes 20, 11-17)

 

Was heißt das für dieses Osterfest? Es ist nicht möglich, gemeinsam Gottesdienst in unseren Kirchen zu feiern. Es ist nicht möglich, einander die Hand zu geben oder uns zu umarmen. Aber es ist möglich, dass wir miteinander sprechen, einander ansprechen, sodass sich in uns etwas verändern kann.
Vielleicht erleben auch Sie heute einen besonderen Moment, hören ein Wort oder eine Musik, die sie berührt und spüren, wie sich etwas in Ihnen verwandelt. So beginnt das neue Leben.

Lied: „Gib uns Augen“ (Text und Melodie: Wolfgang Longardt)
Gib uns Augen, gib uns Augen, dass wir staunend sehn,
wie ganz leis Verwandlungen, Verwandlungen geschehn.

  1. Gott, du wandelst viel in unserm Leben,
    kannst im Tod noch neues Leben geben.
  2. Wandelst unser Weinen bald in Lachen,
    kannst die Lahmen wieder gehend machen.
  3. Manches muss erst sterben und vergehen
    und verwandelt endlich auferstehen.
  4. Gott, du gabst das Licht in finstrer Nacht,
    hast aus Samen Frucht ans Licht gebracht.

 

Gebet:
Gott, Quelle unseres Lebens,
rühr uns innerlich an! Verwandle uns!
Lass uns Momente der Freude erleben, neue Hoffnung schöpfen, singen und lachen.
Jesus hat den Tod überwunden. Er ist auferstanden.
Lass auch uns auferstehen zu neuem Leben.
Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Berühren Sie einen anderen Menschen, ohne ihn zu berühren. Wie Sie das tun?
Ihrer Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.

 

Ein frohes Osterfest wünsche ich Ihnen!
Ihre Pfarrerin Gundula Eichert (Laurentiusgemeinde)

 

Wort für den Tag: Karsamstag, 11. April 2020

 

Bibelwort: Und als es schon Abend wurde und weil Rüsttag war, das ist der Tag vor dem Sabbat, kam Josef von Arimathäa, ein angesehener Ratsherr, der auch auf das Reich Gottes wartete; der wagte es und ging hinein zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Pilatus aber wunderte sich, dass er schon tot war, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er schon länger gestorben wäre. Und als er's erkundet hatte von dem Hauptmann, überließ er Josef den Leichnam. Und der kaufte ein Leinentuch und nahm ihn ab vom Kreuz und wickelte ihn in das Tuch und legte ihn in ein Grab, das war in einen Felsen gehauen, und wälzte einen Stein vor des Grabes Tür. Aber Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Joses, sahen, wo er hingelegt war. (Markus 15, 42 ff.)

 

Auslegung
Das Wort von der Grablegung Jesu trifft uns in diesen Tagen besonders stark. Die Bilder aus New York, wo mehr und mehr Kühlwagen vor den Krankenhäusern stehen, weil für eine würdige Bestattung der Corona-Toten keine Zeit bleibt, sind schockierend. Hier zeigt sich die Passion und die Ohnmacht gegenüber dem Tod ganz existentiell. Das Nichts-Tun-Können oder –Dürfen lähmt uns. Und dennoch wissen wir aus Erfahrung: das Leben geht weiter und der Tod hat nicht das letzte Wort. Die beiden Marias haben beobachtet, wo sie Jesus hingebracht haben. Und wir wissen, was sie am Ostermorgen erleben sollten. Das Grab ist leer, die Verwandlung der Trauer in die Freude über einen Neubeginn ist möglich.
Der Karsamstag ist wie ein Innehalten, ein leer werden – für Gott, für neue Lebenskraft. Das wünsche ich uns allen, dass nach der Krise, nach dem Warten, nach der persönlichen Ohnmacht auch wieder die Zeit der Freude und des Neuanfangs folgt und dass unsere leeren Hände wieder gefüllt werden mit Liebe.

 

Lied: Singen Sie, wenn Sie mögen das Taizélied „Bless the Lord, my soul“, sooft, bis Sie aufhören zu zählen, solange, bis nicht Sie mehr das Lied singen, sondern das Lied Sie.

 

Bless the Lord, my soul, and bless God's holy name. Bless the Lord, my soul, who leads me into life. ://
(Übersetzung: Lobe den Herrn meine Seele, lobe Gottes heiligen Namen, lobe den Herrn meine Seele, der mich ins Leben führt.)

 

Gebet:
Herr, lass es still werden in mir. Ich will mich ganz leer machen für dich.
Fülle du mich neu mit deiner Liebe und deiner Lebenskraft
und wandle du meine Trauer in einen Reigen.
Amen

 

Was tun mit der freien Zeit?:
Die BetreuerInnen und Bewohner des Seniorenpflegeheimes „Paracelsushof“, Paracelsustraße 5, 06114 Halle und des „Marthahauses“ , Marthastraße 20, 06108 Halle würden sich über ein gemaltes Bild oder einen mutmachenden Brief freuen.

 

Bleiben Sie gesund und behütet!

 

Ihr Pfarrer Friedhelm Kasparick

Wort zum Karsamstag, 11. April 2020

Wort für den Tag: Karfreitag, 10. April 2020

 

Es ist Karfreitag. Der Tag der Kreuzigung Jesu. Wir weichen dem Leiden, der Schuld, den ungelösten Fragen nicht aus. Warum musste Jesus sterben? Warum geschieht heute so viel Schlimmes?

 

Bibelwort:
Aber Jesus schrie laut und verschied. (Markusevangelium 15, 37)

 

Auslegung:
So viel Schmerz. So viel Verzweiflung. Und dann Stille. Totenstille. Grabesruhe. Die römische Besatzungsmacht ist zufrieden: ein Aufrührer weniger. Die religiösen Anführer in Israel sind zufrieden: ein Gotteslästerer, ein religiöser Wirrkopf weniger. Doch in Wirklichkeit: Die Liebe Gottes wird zum Schweigen gebracht. Der Weg, die Wahrheit, das Leben – sie sterben am Kreuz.
So viel Ringen, so viel hoffnungsvolles und verzweifeltes Engagement für echten Klimaschutz. Wir haben nur noch wenige Jahre, um eine völlige Entgleisung zu verhindern. Das ist der überwältigende Konsens der Wissenschaft. Und immer noch geschieht viel zu wenig. Statt entschiedenem Handeln: Totenstille. Grabesruhe.
Und Menschen fühlen sich eingesperrt. Ertragen die Isolation nicht mehr. Haben Sorge, ob unser Gesundheitssystem standhält. Sehen ihre wirtschaftliche Existenz zerbrechen. Ein Ende ist noch nicht in Sicht. Auch hier: lähmende Stille. Grabesruhe.
Manches ist nicht zum Aushalten. Und doch müssen wir es ertragen. Der Tod hat die Oberhand. Und wir rufen nach Leben. Möge es Ostern werden. Bald!

 

Lied „O Haupt voll Blut und Wunden“ (GL 289, EG 85, 1-2):
O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn,
o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron,
o Haupt, sonst schön gezieret mit höchste Ehr und Zier,
jetzt aber hoch schimpfieret: gegrüßet seist du mir!

 

Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut
das große Weltgewichte: wie bist du so bespeit,
wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht,
dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht‘?

 

Gebet:
Gott des Lebens, lasse nicht zu, dass der Tod gewinnt!
Gib uns Einsicht und Mut und Kraft, zu tun, was dem Leben dient.
Hilf den Schwachen auf, stärke die Ängstlichen, lass die Liebe unter uns wachsen.
Und hilf uns, Dir zu folgen auf diesem Weg.
Sei bei uns Gott. Wir brauchen Dich.
Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Helfen Sie, Leid zu lindern. Einen Menschen anrufen, von dem Sie wissen, dass er einsam ist. Einem gefangenen Falter ins Freie verhelfen. Freundlich nachfragen: Wie geht es dir? Jemandem Hilfe anbieten.

 

An diesem Karfreitag grüße ich Sie herzlich
Ihr Pfarrer Christoph Eichert

 

Wort für den Tag: Donnerstag, den 9. April 2020 – Gründonnerstag

 

Gedanken zum Lehrtext zur Tageslosung

Heute ist Gründonnerstag. Es ist der letzte reguläre Arbeitstag vor den Festtagen und das hat diesen Tag für mich auch oft geprägt. In diesem Jahr tickt alles anders. Mein Tag heißt vor allem, Raum und Konzentration für die lange Liste der Schulaufgaben zu schaffen (auch in den Ferien) und für Essen und Abwechslung zu sorgen, damit die Stimmung für alle gut bleibt.
Papa macht Homeoffice und ich Schulkindoffice mit Gedanken an meine Arbeit in den Pausen. Wo kann da der Gründonnerstag ankommen, frage ich mich?
Ich besinne mich auf das Unmittelbare, das mir aus den biblischen Berichten entgegentritt. Ein Haus, ein Tisch, gemeinsames Essen. Schade denke ich, wie gerne würde ich hier mit Freunden sitzen. Also ein Haus, ein Tisch, Familie und dann schwirrt mir dieser Satz durch den Kopf.

 

„Am Schluss des Pessachmahles priesen sie Gott mit einem Lied.“ Mk 14,26

 

Vielleicht erinnern Sie sich. Jesus hat seinen Freunden gerade sehr unangenehme und beängstigende Dinge angekündigt. Er hat von seinem Tod gesprochen, davon, dass ein enger Vertrauter ihn verraten wird. Er hat das Brot und den Wein des Festes mit sich verknüpft. Sie sind verunsichert, verstört. „Was hat das zu bedeuten? Was kommt da auf uns zu?“, werden sie sich vielleicht gefragt haben. „Werde ich das verkraften?“

 

Und dann kommt der bereits erwähnte Satz. „Am Schluss des Pessachmahles priesen sie Gott mit einem Lied.“ Es rührt und beruhigt mich, dass sie bei aller Verstörung trotzdem weiter dem Ablauf des Festes folgen. Und das scheint mir auch ein Pfad für uns zu sein. Der Verstörung Raum zu geben und sie gleichzeitig einzubetten in einen vertrauten Ritus.
Und so rühre ich eine grüne Soße zusammen und koche Kartoffeln, ich decke den Tisch und suche nach dem Lied, das an unsrem Tisch gesungen werden kann.

 

Lied
„Er ist das Brot, er ist der Wein“ EG 228

 

Gebet
Gott, der du bist nah und fern und dazwischen.
Ich bitte dich, sei zwischen den Heften und Töpfen,
den Telefonaten und den schmutzigen Tellern.
Nimm Platz an unseren Tischen,
sei mitten unter uns und sei unser Gast. Amen.

 

Was tun mit der freien Zeit?
Zaubern sie sich eine grüne Soße auf den Tisch und Essen sie gemeinsam, singen sie ein Lied, das ihren Dank vor Gott ausdrückt. Unsere Nachbarin hat erzählt, dass sie manchmal via Skype gemeinsam mit einer Freundin Abendbrot essen, weil sie sonst ganz alleine wäre. Vielleicht passt das auch für sie.

 

Ulrike Taggeselle, ordinierte Gemeindepädagogin

 

Wort für den Tag: Mittwoch in der Karwoche, den 08.04.2020

 

Vor dem Namen Jesu sollen alle Mächte im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen; denn der Herr erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Deshalb ist Jesus Christus der Herr in der Herrlichkeit Gottes, des Vaters. (Philipper 2, 10.8.11)

 

Wort für den Tag:
Pilatus fragte Jesus: Was ist Wahrheit?
Ich frage Sie heute: Was ist Macht? oder Welche Mächte kennen Sie?

 

Zwei Sprüche verdeutlichen, welche Macht die mächtigste ist.
Da sagt Friedrich Kardinal Wetter in der Weihnachtszeit: In der Ohnmacht dieses Kindes verbirgt sich die Allmacht Gottes.
Und der Gitarrist Jimi Hendrix sagt: Wenn die Macht der Liebe über die Liebe zur Macht siegt, wird die Welt Frieden finden.

 

Vergleichen wir beide Aussagen mit der des Apostels Paulus im Philipperbrief, dann kommen wir auf einen Nenner:
es ist die Liebe, die die Welt letztlich rettet.

 

Jesus liebt Gott so sehr; und Gott liebt Jesus so sehr, dass dieser ihn nicht im Tod lässt, sondern ihn in ein neues und wunderbares Leben holt. Genau das feiern wir am Ende dieser Woche. Oder ist es der Anfang?

 

Dieses neue Leben wird auch uns zugesagt. Glauben wir diesem mächtigen Wort?

 

Mein Liedvorschlag für heute ist ein Gesang aus Taizé:

 

O Lord hear my prayer, O Lord hear my prayer: when I call answer me.
O Lord hear my prayer. O Lord hear my prayer: come and listen to me.

 

Die Übersetzung lautet:
O Herr, höre mein Gebet. Antworte mir, wenn ich rufe. Komm und höre mir zu.

 

Gebet
Halten Sie heute dieses Fürbittgebet und antworten Sie auf jede Bitte mit der deutschen Übersetzung des Liedes.

 

Lass deinen Frieden unter uns erstrahlen und befreie uns in deiner Liebe.
Für alle die an Gott glauben.
Für alle, die im Exil leben müssen oder auf der Flucht sind.
Für alle Gefangenen und alle Opfer der Unterdrückung.
Für alle Leidgeprüften und Bedrückten.
Für alle, die Hilfe und Barmherzigkeit brauchen.

 

Für uns alle, dass wir stets einander beistehen.
Dass wir, befreit von aller Schuld, Menschen des Vertrauens seien.
Dass wir Wege finden, die Güter der Erde besser unter allen Menschen zu teilen.
Dass wir in der Gemeinschaft mit allen Heiligen Zeugen der Hoffnung und des Mutes seien.

 

Nun können sich noch Ihre Fürbitten anschließen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Ziehen sie jetzt Ihre Mundwinkel mal nach oben - aber nicht lachen! – Ach, das geht nicht?

Wort für den Tag: Dienstag, 07. April 2020

 

Mit dem Feiern des Palmsonntags hat für uns die große, heilige Woche – die Karwoche, begonnen.
In diesem Jahr wird in dieser Woche alles anders sein. Wir können nicht in großer Gemeinschaft zusammenkommen, um die einzelnen Tage zu begehen. Und für viele stellt dies eine große Herausforderung dar: keine Gottesdienste in den Kirchen, kein Zusammenkommen im Familien- und Freundeskreis und die Frage, wie diese Tage dennoch angemessen gestaltet werden können, dass wir am Ende doch merken – Jesus hat für uns diesen Weg auf sich genommen. Er ist am Kreuz gestorben und nach drei Tagen wieder auferstanden.
Wie gehe ich mit diesen Herausforderungen ganz persönlich um?
Und was kann mir helfen, dass ich am Ostersonntag die Auferstehungsfreude ganz deutlich spüren kann, trotz der aktuellen Gegebenheiten?
Eine Chance, die wir haben, ist das Gebet! Wir können uns an diesen Tagen zu den gewohnten Zeiten hinsetzen, in der Bibel lesen und beten. Dadurch entsteht eine ganz besondere Gemeinschaft, die deutlich macht, dass Kirche auch zu Hause, im Kleinen stattfinden kann.
Im Psalm 42 lässt sich das Geheimnis Jesu von Palmsonntag bis Ostern ziemlich gut entdecken.

 

Aus den Psalmen (Ps 42, 5-6):

 

Das Herz geht mir über, wenn ich daran denke: + wie ich zum Haus Gottes zog in festlicher Schar, mit Jubel und Dank in feiernder Menge.

 

Meine Seele, warum bist du betrübt * und bist so unruhig in mir?

 

Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, * meinem Gott und Retter, auf den ich schaue.

 

Gebet:
Gott, es gibt kein Leben ohne Tod.
Keine Hoffnung ohne Sorge.
Keine Liebe ohne Leiden.
Keinen Glauben ohne Zweifel.
Gib du uns die Hoffnung, die Liebe und den Glauben an die Auferstehung.
Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Haben Sie schon einmal überlegt, wie wir deutlich machen können, welche Feiertage anstehen? Welche Hoffnung in der Auferstehung steckt, die gerade jetzt so wichtig ist, weiter zu geben!?
Eine Jugendliche hatte die Idee, die Fenster zu nutzen, um zu zeigen, dass wir den Tod und Auferstehung Jesu feiern. Vielleicht fällt Ihnen etwas ein, wie Sie durch Ihre Fenster Zeichen setzen können.

 

Ich wünsche Ihnen ein offenes Herz, um diese Tage, trotz allem, gut mitgehen zu können!
Ihre Elisabeth Wanka (Gemeindereferentin)

 

Wort für den Tag: Montag, 6. April 2020

Wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden. Römer 5,3f

 

Wort zum Tag
Die Karwoche ist in diesem Jahr von großen Härten geprägt: Ängste um Gesundheit und Existenz, Leiden unter Isolation und Einsamkeit, Konflikte, die deutlicher und schmerzhafter werden. Als Paulus den Brief an die Römer – seinen letzten und wichtigsten Brief - schreibt, spürt er solche Härten überdeutlich. Er weiß um seine angefochtene und gefährdete Position – und legt alle Kraft in dieses Schreiben, um seinen Glauben an Gottes heilendes Werk überzeugend zu vermitteln.
In dieser Woche sind wir herausgefordert, die heilende, versöhnende Kraft des Auferstehungsglaubens zu entdecken. Sich dabei dem Leiden nicht zu verschließen, sondern es anzunehmen, war nie besonders populär. Christen wurden und werden dafür verspottet und verfolgt. Der Gekreuzigte erinnert sie daran, dass Gott selbst bis zum Tod gelitten hat. Und auferstanden ist.

 

Auf Ostern

 

von Notker dem Stammler († 6. April 912), Mönch und Hymnendichter in St. Gallen

 

Dem aus Grabesnacht
Auferstandnen Heiland huldigt die Natur:
Blum und Saatgefild
Sind erwacht zu neuem Leben;
Der Vögel Chor
Nach des Winters Rauhreif singt sein Jubellied.
Heller strahlen nun
Mond und Sonne, die des Heilands Tod verstört,
Und im frischen Grün
Preist die Erde den Erstandnen,
Die, als er starb,
Dumpf erbebend ihrem Einsturz nahe schien.

 

(aus dem Lateinischen von Paul von Winterfeld)

 

Lied
Zwei Strophen des Passionsliedes „Wir danken dir, Herr Jesu Christ“ (EG 79)

 

3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand / und reich uns dein allmächtig Hand, /
dass wir im Kreuz geduldig sein, / uns trösten deiner schweren Pein.

 

4. Und schöpfen draus die Zuversicht, / dass du uns wirst verlassen nicht, /
sondern ganz treulich bei uns stehn, / dass wir durchs Kreuz ins Leben gehen.

 

Gebet
Gnädiger, barmherziger Gott, sieh auf unsere Bedrängnisse wie auf verborgenes, einsames Leiden.
Mach uns mitfühlend, geduldig und stark im Glauben.

Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Schreiben Sie alles auf – Ihren Tag, Ihre Gedanken, auch scheinbar Unwichtiges.

 

Einen guten Weg durch die Karwoche wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Sven Hanson, Mitteldeutsches Bibelwerk

 

Wort für den Tag: Sonntag, 5. April

Philipper 2,5 

Seid so unter euch gesinnt, wie es der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.


Wort für den Tag

Ein Zweig,
grün und saftig.
Er kündet vom Frühling.
Von neu erwachendem Leben.
Mit solchen Zweigen begrüßte man die Herrscher.
Mit solchen Zweigen jubelte das Volk, als Jesus in Jerusalem einzog.

 

Ein Zweig.
Hinter dem Spiegel,
an der Pinnwand,
hinter dem Kreuz über der Tür.

 

Erinnerung an einen Sonntag im April 2020.

 

Der Zweig wird zu Staub werden.
Die Erinnerung wird verblassen.
Das Gefühl für den Nächsten wird bleiben. Hoffentlich.

Liedvorschlag (EG 170; Gotteslob 451)
Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen,
sondern überall uns zu dir bekennen.
Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen.
Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.

Gebet
Gott, so hab ich das noch nie erlebt:
Der Palmsonntag im stillen Stübchen.
Nun lass mich aber nicht lamentieren,
sondern das Unvermeidliche hinnehmen
und das Beste draus machen.
Segne mir diesen ungewöhnlichen Palmsonntag.
Amen.


Und was tun mit der freien Zeit?
Gehen Sie heute in eine geöffnete Kirche. Genießen Sie die Stille dieses Raums.

Die Marktkirche ist von 10.00 Uhr bis 12.30 Uhr offen. Dort bekommen Sie einen Zweig. Zur Erinnerung an einen Sonntag im April 2020…

Einen gesegneten Palmsonntag wünscht Ihnen Simone Carstens-Kant, Pfarrerin der


Marktkirchengemeinde Wort für den Tag – Sonntag, 5. April

Wort für den Tag: Samstag, 04. April 2020

Mose aber antwortete dem Volk: Fürchtet euch nicht! Steht und seht die Rettung des HERRN, die er euch heute bringen wird! Denn die Ägypter, die ihr heute seht, die werdet ihr weiterhin in Ewigkeit nicht mehr sehen. Der HERR wird für euch kämpfen, ihr aber werdet still sein. 

(2. Mose 14,13-14)

 

Wort für den Tag:
Das Volk Israel ist in Panik. Vor ihnen das Meer, das ihnen den Weg versperrt, hinter ihnen die immer näher kommenden Ägypter, die sie verfolgen. Sie sitzen in der Falle. Sie sind in einer ausweglosen Situation und wissen sich nicht mehr anders zu helfen als zu klagen und zu weinen. Mose unterbricht die Israeliten in ihrem Redefluss des Jammerns. Er macht ihnen klar, dass sie nicht zurück schauen sollen, sondern nach vorn – auf das Meer. Das Meer, diese Sackgasse, wird ihre Rettung sein. Aber nicht deshalb, weil sie selbst einen Weg darüber hinweg oder drum her-um finden müssen, sondern weil Gott, ihr Herr, einen Weg für sie durch es hindurch öffnen und mit ihnen gehen wird. Das Volk Israel soll sich auf seinen Gott verlassen und sich ganz in seine Hände geben. Anstatt zu jammern, sollen sie still stehen und sehen, was geschehen wird, wenn Gott ihnen zur Hilfe kommt. Gott macht den Israeliten einen Weg frei, wo zuvor keiner ist. Bei einem solchen Wunder werden sie nur staunen und schweigen können.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Momente, die Sie heute als unüberquerbare Meere oder Sackgas-sen empfinden, ganz in Gottes Hände geben können. Ich wünsche Ihnen, dass Sie still stehen und sehen können, welchen Weg Gott für Sie findet, wo Sie keinen vermuten. Ich wünsche Ihnen, dass Sie über Gottes Kampfgeist für Sie staunen können.

 

Lied:
Singen Sie, ganz für sich und so oft Sie an diesem Tag wollen, die Melodie dieses Kanons:

 

Schweige und höre, neige deines Herzens Ohr, suche den Frieden.
(Durch Hohes und Tiefes Nr. 325)

 

Gebet:
Du wunderbarer Gott,
Deine Wege sind ein Rätsel für mich.
Du bist dort, wo ich Dich nicht suche.
Du hilfst, wo ich es niemals vermuten würde.
Wenn ich denke, dass Du schweigst, sprichst Du mit mir.
Schenke mir die Gabe des Still-Stehens und des Still-Seins, damit ich Deine Wunder in meinem Leben und im Leben anderer bestaunen kann.
Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Auch mit Schweigen kann viel gesagt sein, vor allem, wenn es pantomimisch dargestellt wird. Vom spanischen Pantomime Carlos Martínez finden Sie über www.youtube.com einige Sequen-zen von seinen Auftritten. Schauen Sie sich einige Videos an, wenn Sie mögen. Und vielleicht bekommen Sie selbst Lust, Pantomime zu spielen, mit der Familie oder mit Freunden über eine Video-Konferenz.

 

Gott befohlen!
Ihre Katrin Mang (Vikarin)

 

Wort für den Tag: Freitag, 03. April 2020

Immer noch steigen die Zahlen; immer noch werden härtere Einschränkungen in Betracht gezogen. Gibt es kein Licht am Ende dieses finsteren Tunnels? Wenn nichts mehr ist, wie es war, Christus ist derselbe gestern und heute. Er ist das Licht, das aufstrahlt in unseren Tagen. Zünden Sie eine Kerze an; werden Sie still und versuchen Sie, Christus in ihrem Leben nachzuspüren.

 

„Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahr-heit.“ (Epheser 5,8-9)


Wort für den Tag:
Wir benötigen Licht, um uns zurechtzufinden, um uns in dieser Welt zu orientieren. Wir benötigen ein Licht, das uns hilft, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Licht, hell wird es in meinem Leben – so Paulus an die Epheser – wenn Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit meinen Alltag prägen. Nicht jammern über die Schlange vor dem Supermarkt, sondern gütig und dankbar auf jene schau-en, die geduldig warten; die einander höflich begegnen. Und wenn es keiner tut? Warum ver¬suche ich es nicht einmal? Der Wahrheit Raum geben, dass wir das Leben nicht im Griff haben; dass wir uns eingestehen müssen, hilflos und ohnmächtig zu sein. Wir sind nicht die Macher – auch wenn wir es uns oft eingebildet haben. Wir sind begrenzt, und im Rahmen dieser Grenzen ist es unser Auftrag, so mitmenschlich wie möglich in dieser schweren Zeit einander zu begegnen. Versuchen wir, ein¬ander gerecht zu werden, indem wir aufeinander hören und miteinander suchen, was Licht bringt in unseren Alltag.
Für mich ist das Licht schlechthin Jesus. Wenn ich in diesen Tagen ratlos bin, dann hilft mir ein Wort von Papst Franziskus: „Rede mit dem Herrn - und dann geh weiter!“ Ich verstehe nicht, warum es all das Leid gibt. Mit dem Herrn aber suche ich nach dem, was Leid lindern oder meistern hilft; was ich tun kann, um für andere ein kleines Licht zu sein.

 

Lied: „Sonne der Gerechtigkeit“ (EG 262 / GL 481 Strophen 1+2+6)

 

Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unsrer Zeit;
brich in deiner Kirche an, dass die Welt es sehen kann. Erbarm dich, Herr.

 

Weck die tote Christenheit aus dem Schlaf der Sicherheit,
dass sie deine Stimme hört, sich zu deinem Wort bekehrt. Erbarm dich, Herr.

 

Lass uns deine Herrlichkeit sehen auch in dieser Zeit
und mit unsrer kleinen Kraft suchen, was den Frieden schafft. Erbarm, dich Herr.

 

Gebet:
Gott, du hüllst dich in Licht, wie in ein Kleid.
Entflamme in uns die Sehnsucht nach dir, dem unvergänglichen Licht,
damit wir dem Leben trauen, als Kinder des Lichtes leben und dich preisen
für deinen Sohn, der unsere Finsternis erhellt, Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Versuchen Sie, mit dem Herrn zu reden, indem sie ein Wort, einen Impuls aus der Heiligen Schrift aufgreifen und mit dem verbinden, was Sie gerade beschäftigt, ängstigt oder erfreut. Versuchen Sie – wenigstens heute – ein Kind des Lichts zu sein.

 

Einen gesegneten Tag wünscht Ihnen
Ihr Pfarrer Magnus Koschig

 

Wort für den Tag: Donnerstag, 2. April 2020

„…so werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens sein.“ (Psalm 126).

 

Wort für den Tag:
Haben Sie es schon gehört: In den großen Häfen des Mittelmeeres wurden Delphine gesehen. Weil dort keine Kreuzfahrtschiffe mehr anlegen, kommen sie wieder in die Nähe von Menschen. Und die CO²- Belastung in der Luft hat abgenommen. Es sind ja viel weniger Flugzeuge und Autos unterwegs. Und die Politiker, die sich sonst kritisiert und beschimpft haben, stehen zusammen und überlegen gemeinsam, wie diese Krise bewältigt werden kann.
Ich staune, wie achtsam wir alle in diesen Tagen miteinander umgehen. Viele haben sich gemeldet, die bereit sind, für andere einzukaufen und auch darüber hinaus zu helfen. Wir passen aufeinander auf, fragen nach, wie es geht, überlegen, was wir dem einen oder der anderen abnehmen können, zeigen mit vielen kleinen Gesten, dass wir einander wichtig sind.
Ich hoffe sehr, dass wir auch nach der Krise nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, sondern diese Achtsamkeit, Fürsorglichkeit und Menschlichkeit beibehalten. Das tut nicht nur uns gut, sondern auch unserer Gesellschaft und unserer Umwelt.

 

Lied:
Dieses Lied lädt nicht nur zum Träumen ein:

 

Halte deine Träume fest, lerne sie zu leben.
Gegen zu viel Sicherheit, gegen Ausweglosigkeit:
halte deine Träume fest.

 

Halte deine Freiheit fest, lerne sie zu leben.
Fürchte dich vor keinem Streit, finde zur Versöhnung Zeit:
halte deine Freiheit fest.

 

Halte deine Liebe fest, lerne sie zu leben.
Brich mit ihr die Einsamkeit, übe Menschfreundlichkeit:
halte deine Liebe fest.

 

(„Durch Hohes und Tiefes“ Nr. 308)

 

Gebet:
Mein Gott, ich bitte Dich, hilf mir zu bewahren, was ich in diesen Tagen erfahren habe,
die Freundlichkeit, die Achtsamkeit, die Nähe, die trotz Abstand möglich ist.
Gib mir ein offenes Herz für die Menschen an meiner Seite und auch für die, die weiter weg sind. Lass mich ihre Not sehen.
Zeige mir die Schritte, die wir aufeinander zugehen können.
Lass mich träumen von einer Welt, in der die Menschenfreundlichkeit überwiegt.
Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Nehmen Sie sich ein schönes Blatt Papier zur Hand und schreiben Sie auf, wovon sie träumen. Wie sieht das Leben aus, das sie gern leben möchten? Was brauchen Sie dafür? Wer lebt es mit Ihnen? Wie finden Sie dahin?
Und dann halten Sie Ihren Traum fest!

 

Einen sonnigen Tag – nicht nur äußerlich - wünsche ich Ihnen!
Ihre Pfarrerin Gundula Eichert (Laurentiusgemeinde)

 

Wort für den Tag: Mittwoch, 1.April 2020

Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. (Johannes 16,22) 

 

 

Besinnung:
Zum 1. April begeistern sich die kleinen Kinder dafür, Freunde, Geschwister oder die Eltern „in den April zu schicken“. In Frankreich gibt es den Brauch, kunterbunte Fische zu basteln und diese unbemerkt auf den Rücken einer anderen Person zu kleben, in der Hoffnung, dass diese den Fisch erst viel später bemerkt. Haben die Kinder Glück und ihnen gelingt ihr Streich, so rufen sie „Poisson d’Avril“. Man kann auch Freunden, Bekannten oder einfach nur für sich selbst in vielen französischen Chocolateries Schokoladenfische kaufen, diese dann verschenken oder selber genießen.
Zeit, in der die Freude wiederkehrt. Freude am Leben, Freude an einem Kinderlachen oder Freude über einen wärmenden Sonnenstrahl. Es gibt genügend Gründe, auch mitten im sorgenvollen Alltag, dankbar zu sein, sich zu freuen und ein Lächeln auf seine Lippen zu zaubern, auch wenn man in diesem Jahr vielleicht keinen bunten Fisch am Rücken zu kleben hat. Vielleicht trägt man ja den Fisch, als Symbol für Christus, in seinem Herzen. Jesus sagt: Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.
Hoffnungsvoller kann ein Monat kaum beginnen.

 

Liedvorschlag:
Wenn Sie mögen, singen Sie heute den Choral: (EG 396,1.6)

 

Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier:
Ach wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir!
Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst lieber werden.

 

Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muss auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude.

 

Gebet:
Guter Gott, gibt mir die Leichtigkeit und die Freude zurück,
nimm mir die Sorgen und die Ängste,
sei bei allen, die täglich ihren großen Dienst am Nächsten tun,
bei den Kranken und Alten,
bei den Einsamen und Ausgegrenzten,
behüte mich und meine Angehörigen
und schenke meinem Herzen Frieden. Amen

 

Und was tun in dieser Zeit?
Kochen Sie etwas Leckeres und, egal, ob Sie allein oder mit der Familie essen, genießen Sie es!
Und wenn Sie auf Ihrem Spaziergang einem Menschen begegnen, verschenken Sie ein Lächeln!
Bleiben Sie behütet und gesund!

Ihr Pfarrer Friedhelm Kasparick

 

Wort für den Tag: Dienstag, 31. März 2020

Nehmen Sie sich wieder einen Moment Zeit. Zünden Sie, wenn Sie mögen, eine Kerze an. Diese Minuten gehören ganz Ihnen. Und Sie sind verbunden mit Gott und mit allen, die zu unseren Gemeinden gehören.

 

Wort für den Tag:
Wir sind hier nicht bei „Wünsch‘ dir was!“ – Diesen Satz habe ich noch aus Kindertagen im Ohr. Er kam Erzieherinnen und Hortnerinnen leicht über die Lippen, wenn Kinder mit ihren Bedürfnissen zu anstrengend wurden. Doch Jesus widerspricht: „Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.“ Das sind seine Worte im 7. Kapitel des Matthäusevangeliums.
Wir klopfen gerade nicht an Türen, um nur ja niemanden anzustecken. Und wir haben draußen so wenig wie möglich zu suchen, um uns selbst nichts einzufangen. Und trotzdem können wir etwas empfangen. Und finden. Und Wege können sich öffnen in dieser schwierigen Zeit. Ich finde mehr Ruhe im Augenblick. Und merke erst jetzt, in welcher Hektik ich lange gelebt habe. Von dieser Ruhe möchte ich etwas behalten, auch nach Corona. Hoffentlich gelingt es! Und ich nehme manches genauer wahr. Höre Musik intensiver. Bin offener und sensibler. Und, auch das ist nicht zu verachten, ich kann Dinge im Haushalt erledigen, die schon seit Jahren gewartet haben.
Halten wir die Augen offen. Suchen wir nach den Chancen, die auch diese Zeit birgt. Wünschen wir uns ruhig etwas. Wer weiß, was Gott uns schenkt. Möge auch meine alte Hortnerin das noch erleben!

 

Lied:
Ein kleiner Kanon für Kinder – denn was Kindern hilft, tut auch Erwachsenen gut:

 

Das wünsch ich sehr, dass immer einer bei mir wär,
der lacht und spricht: „Fürchte dich nicht!“
„Durch Hohes und Tiefes“ Nr. 315)

 

Gebet:
Guter Gott, ich bitte Dich für die Kranken –
sei ihnen nahe und gib ihnen Kraft.
Ich bitte Dich für die Einsamen –
dass sie ein Gruß erreicht und dass sie etwas Gutes für sich entdecken.
Ich bitte Dich für die Sorgenvollen,
die Angst vor der Zukunft haben, die in wirtschaftliche Not geraten –
dass Du sie hältst und dass Hilfe nicht weit ist.
Ich bitte Dich auch für mich –
Du weißt was ich mir wünsche und was ich am meisten brauche.
Sei bei mir mit Deinem Segen und bei allen Menschen.
Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Wir sind bei „Wünsch‘ dir was“: Jeder in der Familie, in der WG, im Haushalt darf sich etwas wünschen – ein Lieblingsessen, ein Spiel, einen Filmabend … Und die anderen versuchen, diesen Wunsch zu erfüllen. Und wenn Sie allein leben: Spüren Sie in sich hinein. Was würde Ihnen guttun? Was würde Sie freuen? Und dann erfüllen Sie sich diesen Wunsch!

 

Einen schönen Dienstag wünsche ich Ihnen!
Ihr Pfarrer Christoph Eichert

 

Wort für den Tag: Montag, den 30.03.2020

Jesus sagt heute im Tagesevangelium zu mir: Wenn du ohne Sünde bist, dann wirf als Erster einen Stein.
(Johannesevangelium, Kapitel 8, Verse 1-11)

 

Wort für den Tag:
Wie schnell bin ich dabei, andere zu verurteilen. Gerade in diesen Zeiten scheint es sogar erlaubt zu sein. Mit Einschränkungen in fast allen Lebensbereichen müssen alle zurechtkommen.
Durch das enge Beieinandersein in den oft viel zu kleinen Wohnungen nehmen wir uns die Luft. Wir schieben uns in den Vordergrund und sagen: „Das was ich gerade mache, ist wichtiger.“ So manche gute Erziehung wird dabei vergessen.
Doch für jede Situation gibt es einen Ausweg. Ich habe diesen eben nur noch nicht entdeckt.
Also überlege ich neu, menschlicher, liebevoller. An dieser Stelle hilft mir der Ausspruch von Papst Johannes XXIII. der da heißt: Johannes, nimm dich nicht so wichtig.

 

Mein Liedvorschlag für heute ist im Gotteslob 474 zu finden.

  1. Wenn wir das Leben teilen wie das täglich Brot,
    Wenn alle, die uns sehen, wissen: Hier lebt Gott:

    Refrain: Jesus Christ, Feuer, das die Nacht erhellt, Jesus Christ, Du erneuerst unsre Welt.
  2. Wenn wir das Blut des Lebens teilen wie den Wein,
    Wenn man erkennt: In uns wird Gott lebendig sein.
  3. Wenn wir uns öffnen für den Herrn in dieser Zeit,
    Wege ihm bahnen, dass er kommt und uns befreit.
  4. Strophe nicht im GL
    Wenn erst durch unsern Aufschrei Freiheit sichtbar wird,
    Wenn Gott es ist, der uns in unserm Handeln führt.
  5. Wenn wir die Liebe leben, die den Tod bezwingt,
    glauben an Gottes Reich, das neues Leben bringt.

  6. Wenn wir in unsern Liedern loben Jesus Christ,
    der für uns Menschen starb und auferstanden ist.

 

Gebet
Gib mir Mut, Herr, dass ich Gedanken der Versöhnung habe.
Schenke mir Kraft, Herr, damit ich barmherzig handle.
Lehre mich Sanftmut, Herr, damit ich die Menschen liebe.
Denn Du, Gott, bist der Geber aller guten Gaben.
Du bist die Liebe, heute und alle Tage meines Lebens. Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Gehen Sie mal spazieren und sehen sich die aufblühende Welt an. Und vielleicht können Sie nebenbei überlegen, womit Sie den Menschen in Ihrer unmittelbaren Umgebung etwas geben können!
Schon der gesagte Satz „Du bist mir wichtig! Ohne Dich kann ich weniger schaffen!“ macht viel aus.

 

Ich wünsche Ihnen einen bewusst erlebten Tag! Gemeindereferent Johannes Knackstedt

 

Wort für den Tag: 5. Fastensonntag, 29. März 2020

Die letzten Tage und Wochen sind von großen Unsicherheiten geprägt. Jeden Tag gibt es neue Informationen und Anordnungen, wie wir uns zu verhalten haben, wie es weiter gehen kann. Da ist es oft gar nicht so einfach die Hoffnung im Blick zu behalten und an die Liebe Gottes zu glauben. 

Vielleicht hilft es uns, ganz besonders an diesem Sonntag den Blick auf die Auferweckung des Lazarus zu richten und das Durcheinander der Welt mit hineinzunehmen.
Welche Hoffnungen habe ich? Was oder wer hilft mir, die Hoffnung nicht zu verlieren?


Lesung: Als Jesus zum Grab kam, wurde er von Neuem tief bewegt. Das Grab war in einen Felsen gehauen und mit einem großen Stein verschlossen. „Hebt den Stein weg!“, befahl Jesus. Aber Marta, die Schwester des Verstorbenen, sagte: „Herr, er ist schon vier Tage tot! Der Geruch wird unerträglich sein!“
„Habe ich dir nicht gesagt,“ entgegnete ihr Jesus, „dass du die Macht und die Herrlichkeit Gottes erleben wirst, wenn du wirklich glaubst?“
Nachdem sie den Stein weggeschoben hatten, sah Jesus zum Himmel auf und betete: „Vater, ich danke dir, dass du mein Gebet erhört hast! Ich weiß, dass du mich immer erhörst, aber ich sage es wegen der vielen Menschen, die hier stehen. Sie sollen alles miterleben und glauben, dass du mich gesandt hast.“
Dann rief er laut: „Lazarus, komm heraus!“ Und Lazarus kam heraus. (Joh 11,38-44)
• Wie fest ist mein Glaube an Gott?
• Spüre ich seine Hoffnung auch in schweren Zeiten?
• Wo habe ich erlebt oder tue es immer wieder, dass etwas Neues aufbricht?

 

Lied:
Vielleicht tut es Ihnen gut, folgendes Lied zu singen oder zu beten (GL 472):

  1. Manchmal feiern wir mitten am Tag ein Fest der Auferstehung.
    Stunden werden eingeschmolzen und ein Glück ist da.
  2. Manchmal feiern wir mitten im Wort ein Fest der Auferstehung.
    Sätze werden aufgebrochen und ein Lied ist da.
  3. Manchmal feiern wir mitten im Streit ein Fest der Auferstehung.
    Waffen werden umgeschmiedet und ein Friede ist da.
  4. Manchmal feiern wir mitten im Tun ein Fest der Auferstehung.
    Sperren werden übersprungen und ein Geist ist da.

 

Gebet:
Gott, des Lebens, manche Dinge, die wir in der frohen Botschaft hören und lesen, sind schwer zu verstehen. Doch du sorgst immer wieder für Menschen, die uns helfen, deine Worte zu verstehen und die Hoffnung nicht zu verlieren – vor allem durch die Begegnung mit deinem Sohn, Jesus Christus. Er hat Lazarus aus dem Tod geholt und damit uns Menschen gezeigt, dass du das Leben willst. Öffne unsere Herzen, öffne unsere Ohren. Lass uns deine Botschaft neu hören und daraus Hoffnung schöpfen. Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Wem können Sie heute ein Stückchen Hoffnung schenken – durch ein gutes Wort, eine wohltuende Geste, ein Licht…?


Einen gesegneten Sonntag und bleiben Sie behütet! Ihre Elisabeth Wanka (Gemeindereferentin)

 

Wort für den Tag: 28. März 2020

Immer ist die wichtigste Stunde die gegenwärtige. Meister Eckhart

 

Wort für den Tag
Aus unserem Alltag sind wir es gewohnt, weit im Voraus zu denken und zu planen. Im Moment ist das aber schwierig – niemand weiß, wie alles werden wird. Worauf ist jetzt noch Verlass?
Versuchen wir doch mal, eine andere Perspektive einzunehmen - und jeden Moment sehr bewusst wahrzunehmen: in unserem täglichen Umgang miteinander, in unseren Gewohnheiten, in dem, was unseren Alltag am Laufen hält, in kleinen Zeichen und Signalen, die wir sonst übersehen. Vielleicht entdecken wir nichts Besonderes darin - vielleicht aber auch Entscheidendes.
Paulus schreibt in seinem zweiten Brief an die Korinther: „Siehe, jetzt ist die willkommene Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!“ Freundlichkeit und Güte zu erfahren, Licht und Hoffnung auszustrahlen, dafür braucht es keine Feiertage, keine Planung, nicht die große Geste. Für Paulus sind es eher die Momente der Verzweiflung und der Ungewissheit, wo es gilt: sich dann ergreifen zu lassen vom österlichen Licht, damit es in uns und um uns hell wird.
Ob es uns gelingt, den Moment zu leben, als wäre schon Ostern?

 

Lied
Ein Lied für den Moment: „Gott ist gegenwärtig“ (EG 165,1+6)

 

1) Gott ist gegenwärtig. Lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten.
Gott ist in der Mitte. Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge.
Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlag die Augen nieder; kommt, ergebt euch wieder.

 

6) Du durchdringest alles; lass dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte.
Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten,
lass mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen.

 

Gebet
Gott, lass uns wach werden für den Moment, der zählt: für einen aufmerksamen Blick, für ein liebes Wort, für eine gute Geste.
Mach uns bewusst, dass wir von Ostern her leben - gerade dann, wenn es dunkel ist.
Schenke uns Freude und Gelassenheit im Alltag.
Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Versuchen wir heute, alles sehr bewusst zu tun – ohne jede Eile, aber mit Freundlichkeit.

 

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Tag. Ihr Pfarrer Sven Hanson, Mitteldeutsches Bibelwerk

 

Wort für den Tag: Freitag, 27. März

Psalm 31,6
In deine Hände befehle ich meinen Geist, HERR, du treuer Gott.

 

Wort für den Tag

Eigentlich wollte ich Ihnen heute ganz was anderes schreiben. Doch dann las ich von einem Motorrad, das durch Wolken fährt, gesteuert von dem 72-jährigen italienischen Priester Giuseppe Berardelli. Ein Nachruf in der Regionalzeitung „Araberara“ berichtet, wie der Priester in seiner Gemeinde gewirkt hat. Dass er immer für seine Gemeindeglieder da war, zugewandt, freundlich und mitfühlend. Berardelli hatte sich infiziert. Das Beatmungsgerät vertrug er nicht. Das Gerät konnte vor etlichen Tagen einem jüngeren mit dem Covid-19-Virus infizierten Menschen gegeben werden. Am 16. März ist der Priester im Krankenhaus in Lovere in der Provinz Bergamo gestorben. Seither erzählen sich die Menschen wundervolle Geschichten über ihren Priester. Weil sie ihn liebten und sich von ihm geliebt fühlten. Weil sie für möglich halten, dass er alles aus Gottes Händen genommen hat. Dass er nicht verzweifelt darum gekämpft hat, eine lebenserhaltende Maßnahme zu bekommen, die ihm nichts mehr nützt. Weil sie, die in einer der am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Regionen leben,  solche Hoffnungsgeschichten brauchen. 
Mich bewegt dabei der Gedanke, dass Giuseppe Berardelli vielleicht genau mit diesem Vertrauen auf Gott alle seine Wege gegangen ist, auch seinen letzten:  
In deine Hände befehle ich meinen Geist, HERR, du treuer Gott.
Und das wünsche ich mir für mich und für Sie und für alle in dieser wirren Zeit: Dass wir Tag für Tag aus Gottes Frieden Mut schöpfen, das hinzunehmen, auf das wir keinen Einfluss haben.  Und  Kraft für das, was wir tun können.

 

Lied:
Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht; es hat Hoffnung und Zukunft gebracht; es gibt Trost, es gibt Halt in Bedrängnis, Not und Ängsten, ist wie ein Stern in der Dunkelheit.

Gebet:
Gott, manchmal habe ich das Gefühl, dass diese Pandemie mich wie eine riesige Welle überspült und ins Bodenlose reißt. Ich bitte dich, lass dich spüren. Schenke mir Mut, der sich dem Unberechenbaren entgegenstellt. Mach mich frei, jeden Tag in deinem Geist zu leben. Lass mich jeden Tag ein wenig froh sein, und wenn es auch nur die Vorstellung von einem in den Wolken Motorrad fahrenden Priester ist. Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Lesen Sie doch mal den ganzen Psalm 31. Ruhig auch laut. Machen Sie eine Pause, wenn Ihnen etwas besonders gut gefällt oder wenn Sie etwas nicht verstehen. Wiederholen Sie diese Stellen. Erinnern Sie sich an Lebenssituationen, die diesen Textstellen entsprechen?

 

Ich wünsche Ihnen, dass Sie den Frieden Gottes an jedem Tag ein wenig oder auch ganz viel spüren!
Simone Carstens-Kant, Pfarrerin an der Marktkirche

-> Und wenn Sie den Zeitungsartikel nachlesen wollen, hier ist der Link: https://www.araberara.it/don-giuseppe-berardelli-morto-sul-campo-da-prete-ha-rinunciato-al-respiratore-per-donarlo-a-uno-piu-giovane/26523/

 

Wort für den Tag: Donnerstag, 26. März 2020

Die Güte des Herrn ist’s, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.
Der Herr ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen.
(Klagelieder 3,22-24)


Wort für den Tag:
Jeder neue Tag hat etwas Ungewisses, besonders in dieser Zeit. Was wird heute passieren – mit mir und mit anderen? Welche Nachrichten werden heute im Vordergrund stehen? Sicher wird es heute schwer erträgliche oder bittere Momente für mich geben. Aber sicher werde ich heute auch Schönes und Bestärkendes erleben. Ich weiß nicht, was heute auf mich zukommen wird. Ich kann es schwer aushalten, unsicher zu sein. Aber auch in der Verunsicherung steht das Wort Gottes. Und das ist gewiss. Es steht da, treu und fest: „… seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu …“. Gott ist da und weiß, wie es mir heute geht.
Darauf kann ich mich jeden Tag verlassen!

 

Lied:
Singen Sie voller Vertrauen EG 440!

 

All Morgen ist ganz frisch und neu des Herren Gnad und große Treu;
sie hat kein End den langen Tag, drauf jeder sich verlassen mag.

 

O Gott, du schöner Morgenstern, gib uns, was wir von dir begehrn:
Zünd deine Lichter in uns an, lass uns an Gnad kein Mangel han.

 

Treib aus, o Licht, all Finsternis, behüt uns, Herr, vor Ärgernis,
vor Blindheit und vor aller Schand und reich uns Tag und Nacht dein Hand,

 

zu wandeln als am lichten Tag, damit, was immer sich zutrag,
wir stehn im Glauben bis ans End und bleiben von dir ungetrennt.

 

Gebet:
Treuer Gott,
ich danke Dir, dass Du mich in der vergangenen Nacht bewahrt hast.
Dieser neue Tag ist noch ungewiss und ich weiß nicht, was auf mich zukommen wird.
Du weißt, was mich so unsicher macht, Gott.
Ich bitte Dich darum, dass Du heute und an jedem neuen Tag an meiner Seite stehst.
Lass mich das spüren durch Deinen Sohn Jesus Christus.
Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Jeder neue Tag hat etwas Ungewisses. Das können auch schöne Überraschungen sein. Planen Sie eine Überraschung für einen Menschen, der Ihnen heute besonders am Herzen liegt.
Und vielleicht erleben Sie dabei sogar selbst eine schöne Überraschung. Berichten Sie am Ende des Tages jemandem davon.

 

Gott befohlen!
Ihre Katrin Mang (Vikarin)

 

Wort für den Tag: Fest Verkündigung des Herrn, 25. März 2020

Was wird noch alles kommen? Wie werden wir das alles überstehen? Gedanken kreisen; Sorgen belagern das Herz, engen die Seele ein. Halten Sie einen Moment inne. Zünden Sie eine Kerze an und lauschen Sie auf Ihren Atem. Er kommt und geht. Nehmen Sie sich Zeit – eine Viertelstunde Zeit, um Gott Raum zu geben.


Lesung: Der Engel des Herrn trat bei Maria ein und sagte: „Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den Namen Jesus geben.“ (Lk 1,30f)
Neun Monate vor Weihnachten erinnert uns das Lukasevangelium an die Verkündigung der Geburt Jesu. Gott wird Mensch. Wer Gott begegnen will, findet ihn in den Mitmenschen – auch und gerade in diesen Tagen. Wir sind nicht von Gott verlassen, sondern von ihm herausgefordert. ER mutet uns diese Tage zu, damit wir füreinander zu Boten Gottes werden, zu Mitmenschen, die sich als Nächste erweisen für jene, die jetzt in Not sind. „Fürchte dich nicht!“ Auch du, auch ich – jede und jeder von uns – hat bei Gott Gnade gefunden. Wir können Engel Gottes sein, wenn wir auf Gottes Wegen mitmenschlich füreinander da sind – gerade heute, gerade jetzt.
„Welcher Engel wird uns zeigen, wie das Leben zu bestehn?
Welcher Engel schenkt uns Augen, die im Keim die Frucht schon sehn?
Wirst du für mich, werd ich für dich – der Engel sein?
Welcher Engel öffnet Ohren, die Geheimnisse verstehn?
Welcher Engel leiht uns Flügel, unsern Himmel einzusehn?
Wirst du für mich, werd ich für dich der Engel sein?“ (Wilhelm Willms)

 

Lied:
Vielleicht ermutigt es Sie, wenn sie das folgende Lied singen oder beten: (EG 395 oder GL 807)

 

Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist,
weil Leben heißt sich regen, weil Leben wandern heißt.
Seit leuchtend Gottes Botten am hohen Himmel stand,
sind Menschen ausgezogen in das gelobte Land.

 

Vertraut den neuen Wegen und wandert in die Zeit!
Gott will, dass ihr ein Segen für seine Erde seid.
Der uns in frühen Zeiten das Leben eingehaucht,
der wird uns dahin leiten, wo er uns will und braucht.

 

Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt!
ER selbst kommt uns entgegen. Die Zukunft ist sein Land.
Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit.
Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.

 

Gebet:
Unbegreiflicher Gott, du gehst uns unter die Haut, wirst ein Mensch wie jeder von uns.
Zeige uns, wo wir heute Deine Botinnen und Boten sein können, und lehre uns am Beispiel Jesu, was es heißt Mensch zu sein nach Deinem Bild und Gleichnis.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus, unseren Bruder, der uns liebt in Zeit und Ewigkeit. Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Überlege, für wen Du Botin, Bote Gottes sein kannst. Wer braucht mich gerade jetzt? Wem kann ich mit einem Lächeln sagen: schön, dass es Dich gibt; gut, dass Du da bist?

 

Einen gesegneten Tag und Kraft auf Gottes Wegen wünsche ich Ihnen! Ihr Pfarrer Magnus Koschig

 

Wort für den Tag: Dienstag, 24. März 2020

 

Beten hilft. Nicht, weil dann plötzlich alles gut ist. Aber man wird ruhiger innerlich, findet Klarheit und kann gestärkt in den Tag gehen. Zünden Sie, wenn Sie mögen, eine Kerze an. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit. Seien Sie verbunden mit Gott und mit allen, die zu unseren Gemeinden gehören.

 

Wort für den Tag:

Als mein Mann und ich am Sonntag nach einem langen Spaziergang die Laurentiuskirche wieder zuschließen wollten – sie war den ganzen Tag geöffnet gewesen – haben wir die Kerzen entdeckt, die Menschen über den Tag angezündet hatten. Sie leuchteten still und strahlten Frieden aus. Menschen hatten also die Kirche aufgesucht. Sie haben an andere gedacht und gebetet. Das entspricht dem Bibelwort, das für heute ausgesucht worden ist. Im Kolosserbrief heißt es: „Darum lassen auch wir nicht ab, für euch zu beten und zu bitten.“ (Kol 1,9)

Immer noch haben wir den Höhepunkt dieser furchtbaren Krise nicht erreicht. Das Leiden nimmt täglich zu. Vor allem die ärmeren Länder sind so schlimm betroffen.  Die Bilder, die wir zu sehen bekommen, sind bedrückend.

Deshalb lasst uns intensiv an sie denken, an die Menschen in Italien, Südamerika und Osteuropa, und an die Menschen in den Pflegeheimen unserer Stadt und darüber hinaus, an die Jugendlichen, die sich eingesperrt fühlen und nicht wissen, wohin mit ihrer Zeit, an die Mütter und Väter, die viel Phantasie und Geduld brauchen, um ihre Kinder bei Laune zu halten. Lasst uns denken an die, die krank geworden sind und noch nicht wissen, wie schwer die Krankheit für sie wird. Lasst uns auch denken an die Sterbenden. Und lasst uns beten!

Ich glaube, Gott hört uns. Er ist bei uns in dieser schweren Zeit. Er reicht uns seine Hand. Mir gibt das Halt und Geborgenheit.

 

Lied:

Davon spricht auch dieses Lied: EG 365, 1+3

 

1. Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir, führt mich durch alle Straßen, da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand, den Abend und den Morgen tut er ich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land.

 

3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit; es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn er-geben; er schaff's, wie's ihm gefällt!

 

Gebet:           

Barmherziger Gott, ich bitte Dich, sei und bleibe bei uns.

Gib uns ein offenes Herz für das Leiden in unserer Welt.

Lass uns die Hoffnung nicht verlieren,

dass wir miteinander diese schwere Zeit überstehen werden.

Gib uns deinen Frieden. Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?

Wie wäre es, wenn Sie einen Freund, eine Bekannte, einen Verwandten anrufen, vom dem Sie schon lange nichts mehr gehört haben. Wie geht es ihm? Wie kommt sie durch diese Zeit?

Gute Gespräche wünsche ich Ihnen!

 

Gott behüte Sie!

Ihre Pfarrerin Gundula Eichert

 

Wort für den Tag: Montag, der 23.3.2020

Losung: Gott hat sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt. (Apostelgeschichte 14,17)

 

Wort für den Tag:

Vielleicht sagen Sie heute: Es ist Montag und ich muss nicht zur Arbeit. Ich kann „home-office“ machen oder Dinge tun, für die ich sonst keine Zeit habe. Aufräumen und Fensterputzen zum Beispiel oder Klavier üben, Briefe schreiben und mal wieder ein Buch lesen oder mit den Kindern spielen, mit den Verwandten skypen oder jemanden anrufen und ihn fragen, wie es ihm geht und ob er Hilfe braucht. Lauter schöne Dinge, die mir und anderen guttun.
Meine Oma pflegte oft zu sagen: „Wat den eenen sin Uhl, is den annern sin Nachtigall ...“
Für den einen können die Einschränkungen im öffentlichen Leben eine Einschränkung der Freiheit bedeuten. Für andere dagegen eröffnen diese Maßnahmen neue Freiheiten. Versuchen Sie, in allem, was Sie heute erleben, auch das Gute zu entdecken, das Gott Ihnen schenkt.

 

Lied

Mein Liedvorschlag für heute ist: Singt das Lied der Freude EG 306 (Psalm148)

 

Singt das Lied der Freude, der Freude über Gott!
Lobt ihn laut , der euch erschaffen hat.
1. Preist ihn, helle Sterne, lobt ihn Sonne, Mond,
auch im Weltall ferne seine Ehre wohnt.
2. Preist ihn, ihr Gewitter, Hagel, Schnee und Wind,
lobt ihn, alle Tiere, die auf Erden sind.
3. Stimmt mit ein, ihr Menschen, preist ihn Groß und Klein,
seine Hoheit rühmen soll ein Fest euch sein.
4. Er wird Kraft uns geben, Glanz und Licht wird sein.
in das dunkle Leben leuchtet hell sein Schein.

 

Gebet
Schenke mir Freude und Ruhe, Herr,
damit ich Kraft schöpfen kann
für die kommenden Dinge,
für die Zeiten der Not,
für den Dienst am Nächsten.
Behüte du mich am heutigen Tag
und sei bei allen Kranken und bei denen,
deren Herz voller Kummer ist. Amen

 

Und was tun mit der freien Zeit?

Überlegen Sie, was Sie schon lange machen wollten und dafür bisher keine Zeit gefunden haben und tun Sie, was Ihre Herzen mit Freude erfüllt.

 

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Tag! Ihr Pfarrer Friedhelm Kasparick

 

 

Wort für den Tag: Sonntag Laetare, 22. März 2020

Beten hilft. Nicht, weil dann plötzlich alles gut ist. Aber man wird ruhiger innerlich, findet Klarheit und kann gestärkt in den Tag gehen. Zünden Sie, wenn Sie möchten, eine Kerze an. Nehmen Sie sich eine Viertelstunde Zeit. Seien Sie verbunden mit Gott und mit allen, die zu unseren Gemeinden gehören.

 

Wort für den Tag:
„Laetare“ heißt der heutige Sonntag. „Freut euch!“ Doch wie soll das gehen, sich freuen in diesen Zeiten? Gerade nehmen die Sorgen überhand. Die vielen Einschränkungen, die einem zu schaffen machen – manche bangen um ihre wirtschaftliche Existenz, viele um ihre Gesundheit, manch einer fühlt sich wie eingesperrt.
Man muss es ja nicht so vollmundig angehen. Man muss nicht gleich überschäumen vor Freude. Aber ich habe mir vorgenommen für heute, das zu sehen, was gut ist. Woran ich mich trotz allem freuen kann. Zugegeben, das Toilettenpapier wird knapp. Aber die Bäcker haben Brot im Überfluss! Und meinen Lieben geht es gut. Und ich selbst bin auch gesund. Und ich bin mit Menschen im Kontakt, über Telefon und Internet, auch wenn ich räumlich Abstand halten muss. Und Gott ist da. Auch jetzt. Gerade jetzt. „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ – Dieses liebevolle Wort aus Jesaja 66, 13 ist heute Predigttext.
Man muss es ja nicht so vollmundig angehen. Und man muss um Gottes willen nichts schön-reden. Aber das Schöne sehen und sich daran freuen, das geht auch heute. Versuchen wir es!

 

Lied:
Vielleicht haben Sie auch Freude an Ihrer Stimme? Dann stimmen Sie mit ein (EG 302, 1+6)!

 

Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön
Dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
Ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.

 

Er ist das Licht der Blinden, erleuchtet ihr Gesicht,
und die sich schwach befinden, die stellt er aufgericht‘.
Er liebet alle Frommen, und die ihm günstig sind,
die finden, wenn sie kommen, an ihm den besten Freund.

 

Gebet:
Guter Gott, ich bitte Dich für alle, die sich nicht freuen können:
Sei bei den Kranken, dass sie den Mut nicht verlieren.
Sei bei den Sorgenvollen, dass sie Zuversicht finden.
Zeige allen, die nicht weiterwissen, einen guten Weg.
Guter Gott, ich bitte Dich auch für mich.
Dein Segen sei mit mir und mit allen Menschen.
Amen.

 

Und was tun mit der freien Zeit?
Das Wetter soll schön werden. Wie wäre es mit einem Spaziergang? Am besten mit weit geöffneten Sinnen: Welche Vögel höre ich? Welche Bäume und Sträucher und Blumen blühen schon? Und kann ich den Wind und die Sonne spüren?

 

Einen gesegneten Sonntag wünsche ich Ihnen!
Ihr Pfarrer Christoph Eichert